Ich darf das – Die Bomben und die Medien

Nach den Bomben kamen die Vorwürfe.

Es ist ohne Frage ein Verbrechen, inmitten von Menschen Bomben zu plazieren und zu zünden. Es ist Mord, unabhängig von Motiv oder Weltanschauung. Eine möglichst große Opferzahl soll die Aussagekraft einer wie auch immer gearteten Botschaft vergrößern, Hauptsache viele Tote bei „den Anderen“. Sofort wurden die Medien aktiv, man berichtete, man verurteilte. Berechtigter Vorwurf: Doppelmoral.

3 Tote bei einem Bombenattentat in den USA bringen die volle mediale Aufmerksamkeit, wogegen 50 Tote bei Bombenattentaten in Syrien, Afghanistan, im Irak nur mit Mühe den Weg in die Nachrichtensendungen finden. Ein Satz, vielleicht zwei, abgehakt, fertig, wo es doch genauso um Tote, Schwerstverletzte, ausgelöschte Familien und Existenzen geht.

Noch wissen wir nichts über die Täter, egal ob „Gedenken“ an die Oklahoma – Bomber (es war Jahrestag), ob Waffennarren, amerikanische Nazis (die Art der Bomben deutet darauf hin), Dschihadisten oder andere kranke Hirne, das ist erstmal egal, es war ein Verbrechen.

Ich kann ein solches Verbrechen ohne jede Doppelmoral verurteilen. So oft es nur ging habe ich mich gegen Kriege gleich welcher Art ausgesprochen, so oft es ging habe ich dagegen gestimmt, auch und gerade gegen die Beteiligung der Bundeswehr an solchen Kriegen (Afghanistan-Krieg dauert inzwischen länger als der II. Weltkrieg!), ich trete nach wie vor gegen Kriegswaffen in privater Hand ein, gegen Landminen, gegen den internationalen Waffenhandel besonders in Krisengebiete und eben auch gegen jegliche Aktionen rechtgerichteter Kräfte gleich welcher Nationalität. Ich kehre sehr wohl vor meiner eigenen Haustür.

Und genau deswegen kann, darf und muß ich ein solches Verbrechen verurteilen. Als Mensch, als Humanist, als Sportler. Ich verurteile dieses Verbrechen, weil es gegen das Leben, gegen die Menschlichkeit, gegen den Sport und gegen das friedliche Miteinander tausender Menschen gerichtet ist.

Ich darf das.

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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