Das erste Rennrad

Da nennt man sich in diversen sozialen Netzwerken „RennradOpa“ und hat nicht mal eins …

Bisher war mein (Straßen-) Rennrad ein Crosser mit rennradtypischen Laufrädern, ein Stevens Prestige. Nicht schlecht, mehrere zehntausend Kilometer gemeinsam, aber es ist eben doch ein sehr stabiler – um nicht zu sagen etwas schwerer – Crosser. Das soll nun anders werden.

Geplant waren viele Testkilometer auf verschiedensten Rennrädern. Naja. Im lokalen Fahrradhandel Jenas werden ca 10 verschiedene Marken vertrieben, da sollte das richtige Bike dabei sein. Im Dunstkreis von „Probefahrt gibt es nicht!“, „Modell müßten wir erstmal bestellen“, „Probefahrten werden zentral vom Hersteller organisiert“, „Carbon gibt’s nicht zur Probe“ und -Pech!- ein Wunschmodell gibt es dieses Jahr nicht in den passenden Farben (Giant TCR Composite 1) hat sich Jena recht schnell als Kauf – Ort verabschiedet. Möglich wären auch kleine Runden im Verkaufsraum von Zweirad Stadler in Güntersdorf (zwischen Halle und Leipzig) oder auf gut Glück zu Händlern in Gera, Chemnitz, Leipzig … Merkt Ihr was?

Zudem kamen Schwierigkeiten beim Zusammensparen des Kaufpreises auf, Finanzierung ist wegen selbst auferlegtem „kein Kredit für Luxus“ tabu, also alles rund einen Tausender weniger als ursprünglich erträumt und geplant. Und dann – so meine Gedanken – lieber hochwertiges Alu als billiges Carbon. Werbung wirkt auch mehr, als man sich eingestehen möchte, dazu ein paar Testberichte – hoffentlich objektiv! – und schon bin ich bei Canyon, beim Ultimate 9.0, gelandet. Letztes Jahr hatte ich noch abgelästert, ein Tröpfchen Farbe könnte den Canyon – Rennrädern nicht schaden, nun gibt es das Wunschbike auch mit Rot. Was will ich mehr?

Theoretisch sollte für mich die Rahmengröße S die richtige sein. Das wollte ich gerade beim ersten echten Roadbike aber auch praktisch überprüfen, der wichtigste Grund, die 350 km nach Koblenz zu fahren. Am 29. März mußte der Polo dann ran, das „T“ in „TDI“ war gefragt. Bruttofahrzeit 3:15h, geht so.

Canyon1Ein schöner Tag zum Rennradkauf. An der vorderen Ecke geht es rein, ein kleiner Bereich zum Träumen:

canyon3Und schon ist man in der Verkaufshalle. Die muß man sich wie einen größeren Radladen vorstellen, bei dem man jeglichen überflüssigen Schnulli und Billigkram einfach weggelassen hat. Es gibt einen größeren Mountainbike-Bereich, einen kleineren für Rennräder und eine Zubehör-Ecke. Das war’s.

Fünf Minuten mit einem Pager rumgerannt, weil kein Verkäufer frei war, dann war ich dran. „Größe?“ Naja, ausmessen. Eigentlich M, aber mit dieser Rahmengröße konnte ich mich nicht entgültig anfreunden. Mein Crosser schien mir einfach zu groß und genau deshalb war ich ja hier, um auch mit dem S mal eine kleine Runde zu drehen.

Und schon standen wir mit zwei Ultimate Al am Ausgang vor dem Parkplatz, Sattelhöhen perfekt eingestellt. Runde mit S: Genau so hab ich es mir vorgestellt. Gegenprobe mit M: wie gehabt zu groß, zu aufrecht, zu gestreckt. Nochmal S: Sieht im Spiegel (an der Glasfront) schon viel besser aus, ein kurzer Sprint über den Parkplatz zeigte zudem, daß ich recht perfekt im Unterlenkergriff sowohl Kraft entfalten kann als auch wenig Windwiderstand aufbaue. Tja, genau dafür bin ich hier her gefahren.

Alles klar, nur noch eine kleine Formalität, dieses lästige Bezahlen … He he, ein an den jeweils richtigen Stellen mal steifer, mal komfortabler Rahmen, ziemlich steife, aber leichte Laufräder (Mavic Ksyrium Elite), neue 6800er Ultegra, Ritchey-Cockpit, Carbon-Sattelstütze, nackt (ohne Pedale) nur 7,3kg – das alles für 1699€, da kann man kaum etwas falsch machen.

Gekauft.

Canyon2Und am nächsten Tag zusammengebaut.

canyon4Und bald schon ging es mit dem neuen Teil auf die Hausrunde.

canyon5Mittlerweile sind es schon mehrere Tausend Kilometer. Keine Kaufreue!

 

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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3 Antworten zu Das erste Rennrad

  1. zur-Arbeit-Radler schreibt:

    Kann man so pi mal Daumen sagen, wieviel ein Rennrad (vs. MTB) an Speed bringen kann?

    Mein Dank für die hochinteressanten Beiträge hier, die ich seit längerem gern verfolge. Hatte selbst wärend der innerdeutschen polit. Wende mal ein Winora Rennsportrad, noch für Ostmark gekauft…(davor Diamant und auch mal Mifa) Technisch war das natürlich absolute Steinzeit gegen die heutigen Bikes (10 Gänge, komische Bügelbremsen,recht schwer). Momentan fahre ich seit 6 Jahren immer MTB, meist Cube Ltd oder Cube AMS, das Fully. Will mehr Durchschnittsgeschwindigkeit und Beschleunigung erreichen, wobei das auf den teilweise zur Strecke gehörenden Stadtstrassen und (Pflicht-)Radwegen mit den üblichen Passanten, ihren unangeleinten Hunden und Falschfahren sowie Vorfahrtnehmern nicht immer möglich ist. E-bike kommt nicht in Frage – selbst die „offenen“, mit Kennzeichen versehenen, reizen mich eher zum Mithalten.Klar, an der grünen Ampel sind die schneller auf Speed, doch ’ne kurzzeitige 40 kann man auch ohne schaffen. Ob sich ein Rennrad für den Alltag für ~ 70km, auch mal mehr -verteilt auf 2 Fahrten -lohnt, frage ich mich nun. Hab aktuell ein Fünftel Schotter. Die Strecke mittels Umwegen auf 100% Strasse zu verlegen, wäre eine Option, oder. Das gezeigte, rasante Canyon ist mir da etwas zu kompromisslos, ich brauch‘ eher so einen Verschnitt mit Geländetauglichkeit und stehe zugegebenermassen auf (hydraulische) Scheibenbremsen, die bremsen mein Rad und meine knapp 100 Kilo(schon etwas weniger geworden) doch ganz gut. Ich pack‘ viell ca. 27 km/h im Schnitt- an guten Tagen mehr…(leider nur flaches Streckenprofil)
    Das BMC Grandoforo GF02 Disc finde ich interessant, bei Roadbike war das (2013er) im Test ganz ok.
    Das hat aber nicht jeder Händler, online kaufen mag ich nicht.

    Was meinen Sie, bzw. meint Ihr?

    MfG,
    ein zur-Arbeit-Radler

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    • rennradopa schreibt:

      Ich würde da mal ganz spontan „Crosser“ sagen. Da darf es auch etwas abseits der Straße zur Sache gehen, die dicken Reifen geben Komfort, man kann auch einen Laufradsatz nur für die Straße bereithalten, wenn es mal sein muß. Ach ja, auf jeweils gleicher Strecke komme ich mit meinem MTB (untere Mittelklasse) im GA so auf 24km/h Durchschnitt, das sind dann mit dem Crosser ca 26 und mit RR knapp 28 km/h. So ungefähr.

      Gruß Jan

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      • zur-Arbeit-Radler schreibt:

        Hallo Jan,

        klasse- besten Dank.
        Werd‘ das mal in Erwägung ziehen mit dem Crossrad.
        Mal sehen, wie dann die Minuten purzeln…

        Gruß Ringo

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