NeuseenClassics 2014

Meine kleine Wettkampfsaison fängt traditionell etwas spät an, auch deshalb, weil ich mir in März oder April noch nicht so sicher bin, ob ich überhaupt sowas wie Wettkampfform habe. Jetzt ist Mai, da sollte ich fit sein.

Auf ging’s zu den NeuseenClassics „Rund um die Braunkohle“, diesmal als Veranstaltungsort nicht das eher familiäre Zwenkau, sondern nach Leipzig zur Alten Messe. In der Woche zuvor hatte ich so gut wie täglich das Wetter für Sonntag gecheckt, es lag ja etwas Regen in der Luft. Der machte am Sonntag wie abgesprochen einen Bogen um Leipzig und Umgebung, tja, und das mit dem Wind hatte ich wohl übersehen …
Ich war mir nicht mal sicher, ob ich nun in den superschnellen Startblock A komme oder in den etwas gemütlicheren Startblock B. Jetzt weiß ich, daß das mit Startblock B schon die richtige Wahl war. Ich fühlte mich richtig gut in Form, hatte nun endlich ein konkurrenzfähiges und vor allem echtes Rennrad, technisch war ich also gut dabei in der Startaufstellung (1 Drittel Carbon, 2 Drittel Alu). Und los ging’s!

Durch teilweise enge Straßen kam es nicht zum bedingungslosen Rasen auf den ersten Kilometern, das war schon mal gut. Immer wenn Platz war wurde an der Position in der Gruppe geschraubt, da habe ich auch mitgemacht. Irgendwie haben aber einige Fahrer vor mir vergessen, an den Vorausfahrenden dran zu bleiben, die waren dann beizeiten ca 100-150m weg. Zum Glück waren dann in meiner Gruppe einige beherzte und vor allem auch fähige Fahrer, die den Abstand nicht größer werden ließen. In einem Abschnitt mit Seitenwind habe ich mich dann auch einige Male davor gespannt, einmal ca 1km, um den Abstand wenigstens zu halten, bis zum Kilometer 20 dann noch zweimal, um den Abstand zu verringern. Es hat dann schließlich geklappt, wenngleich ich selbst nicht die letzten Meter bis zur Vereinigung führte. Egal, wir waren dran, wir, die Führenden aus Startblock B, die auch schon einige Fahrer aus Startblock A aufgelesen hatten, die sich wohl selbst bei der Anmeldung etwas überschätzt hatten. (Da waren einige dabei, die wohl gerade so die 30er packen. Elende Schwindler!)

Weiter ging es, der Kurs hat lediglich leichte Wellen, die mir noch letztes Jahr richtig wehgetan haben. Davon war nun nichts mehr zu spüren, nun gehörte ich zu schnellen, wenn es etwas bergan ging. Alles bestens – bis auf den Wind!

Wir fuhren so knapp über 35km/h, bergab und/oder bei Rückenwind um die 50. Aber wehe, es kam von vorn! Teilweise 27km/h (ich hab da ab und zu mal geguckt), und irgendwie wollte da keiner so richtig führen. Mal kurz hab ich da auch die Drecksarbeit gemacht, ich glaube zwei oder dreimal so um die 100m mit 30km/h geführt und -ZACK- voll im tief roten Bereich, Puls über 170, Flasche leer. So um die 40 Kilometer waren gefahren, da glaubte ich schon, aus der Gruppe herauszufallen. Vielleicht 3-4 Kilometer nur hinterhergestrampelt, und irgendwie ging es dann wieder, obwohl das Tempo kaum geringer wurde. Komisch.

Zwischendurch viel mir ein älterer Fahrer auf, bestimmt Masters IV. Erst dachte ich noch „Was will denn der alte Lutscher hier in diesem Feld?“ aber dann hat der vielleicht 2-3 Kilometer allein richtig Tempo gemacht. Am Stück. Hut ab, alter Mann, da möchte ich auch noch hinkommen!

Irgendwann hatte sich dann das Feld gefunden und mein Puls normalisiert. Es ging wieder nach Leipzig rein, die Straßen wurden schmaler (Baustellen!), die Kurven häufiger, kein Platz mehr für Positionskämpfe. Ein paar Schlenker gingen durch’s Feld, begleitet von Flüchen. Die waren nicht unbegründet. Es ist nach wie vor für etliche Jedermänner recht schwer, in Kurven in der eigenen Spur zu bleiben. Manch einer zieht schon mal recht plötzlich nach innen, so wie ca 2 Kurven vor dem Ziel. Ein Rattern, ein trockener Schlag irgendwo hinter mir – in der Kurve kann man schlecht nach hinten gucken, aber da ist mindestens einer gefallen.

Zielgerade und dann doch ohne großen Sprint, es wären noch mindestens 5 Plätze drin gewesen, aber da wurde es plötzlich eng, zu eng für einen Sprint um Platz 181 oder 177. Keine Frage, um Platz 1-3 hätte ich durchgezogen, aber so?

Ich war heil im Ziel angekommen, irgendwie immer das Wichtigste von allem.

Durchschnittsgeschwindigkeit zum vergessen, Gesamtplatz 181 von 757, bei MastersIV Platz 19 von 125. Deutliche Verbesserung zu 2013, das zählt!

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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