bePRO – Licht und Schatten

Ich nutze seit fast einem Jahr ein Powermeter für mein Rennrad. Es ist ein bePRO von der Firma Favero aus Italien.

Kurze Zusammenfassung bis jetzt: Es ist seit einem Jahr möglich, für deutlich unter 1000€ die Leistung auf einem Rennrad zu messen, und das vor allem auch beidseitig. Der Markt hat es begierig aufgesogen, es wurde zeitweise mehr geordert, als die Firma liefern konnte. Erstmal DANKE!, daß diese Situation nicht gleich zu fetten Preiserhöhungen ausgenutzt wurde. Bei mir hat es auch etwas gedauert, aber dann hatte ich die beiden Pedale mit dem Touch von Hochtechnologie.

Erfahrung Nummer 1: Die Pedale müssen wirklich sehr genau montiert werden. Dazu hat man die kleinen Aufkleber, die kurz vor der Pedalachse mittels einer Schablone hochpräzise angebracht werden. Und genauso hochpräzise müssen dann auch die Pedale angebracht werden. Also reingeschraubt und gekontert, und ja, es paßt möglicherweise erst beim 10. Versuch. Diese Zeit und diese Nerven muß man sich tatsächlich nehmen.

Ich lag nämlich besonders links ganz schön daneben. Ein Links-Rechts-Verhältnis von ca. 70/30 konnte nicht normal sein, dazu insgesamt Wattzahlen im „Hach-das-wär-ja-nicht-schlecht“- Bereich. Die habe ich mir eine Weile gefallen lassen und dann doch mal den Support (Powermeter24) kontaktiert. „Nochmal neu montieren“, gesagt, getan, und schon war ich bei einem Verhältnis von 49/51 angelangt und dazu bei deutlich nachvollziehbareren Zahlen.

Allerdings gab es ein weiteres Problem. In diversen Beschreibungen steht etwas von „maximum load resistance 90kg“, frei übersetzt maximaler Druck oder eben auch Gewicht pro Pedal. Die Antwort auf besorgte Fragen lautete „halb so schlimm“, das drückt nur jemand mit 130kg. So ungefähr. Es war aber scheinbar die falsche Antwort.

Ich wiege knapp über 90kg und drücke in der vollen Belastung garantiert deutlich mehr als 90kg. Immerhin kommen zu meinem Körpergewicht Zugkräfte sowohl über Hand-Lenker als auch über das jeweils andere Pedal hinzu. Demzufolge bewege ich mich da schon deutlich im Grenzbereich, was sich auch in der „abgeschnittenen“ Leistungskurve bemerkbar macht. Der Schnitt erfolgt bei mir (sichtbar in Golden Cheetah) bei ca 1800 Watt (obwohl bePRO bis 2000 Watt messen soll). Da stimmt was nicht.

Möglicherweise spielt auch beim zweiten Problem das Maximalgewicht b.z.w. die Maximalkraft eine Rolle. Die bePRO knarren hin und wieder, verschiedene Geräusche, mal eher Quietschen, mal Knirschen. Daraufhin habe ich die Schmierung zwischen Pedalachse und Pedalkörper verändert, nun ist da Titanfett drin. Deutlich ruhiger, die endgültige Ruhe hat dann je ein Tropfen WD 40 von außen gebracht. Normal kann das nicht sein, oder?

Und nun mein drittes Problem: Das Rennrad ist mir am 12.4.2016 bei Naumburg während einer Pause umgefallen. Unter anderem auf’s rechte Pedal. Von da an hat rechts einen Wackler, mal wird übertragen, mal nicht. Da die Wattwerte nun zu unregelmäßig wurden habe ich meine guten bePRO auf bePRO S umgestellt, es wird derzeit nur links gemessen und der Wert verdoppelt. Das ist vorläufig möglich, da ich in der Phase unmittelbar vor dem Sturz eine relativ gleichmäßige Leistungsverteilung nachweisen konnte. Die Dauerlösung ist es jedoch nicht. Leider habe ich bis August gänzlich andere finanzielle Prioritäten, einfach so eine Reparatur oder möglicherweise ein neues linkes Pedal geht erstmal nicht.

Mein Fazit:

Das bePRO Powermeter ist bei korrekter Montage sehr genau, der Fahrer sollte nicht mehr als 80-90kg wiegen und ein Sturz kann so ein Pedal (b.z.w. die Meßtechnik und die Elektronik) wirksam zerstören. Schön wäre auch ein SPD-SL-kompatibler Pedalkörper, wie ihn Garmin für seine Vector-Powermeter inzwischen anbietet.

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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