Zwei Schritte zurück

Rein physikalisch wird der Radsportler mit einem einzigen Wert gemessen und klassifiziert: W/kg, Watt pro Kilogramm, Leistung pro Körpergewicht. Das Ganze wird dann noch aufgedröselt in die Zeit, in der der Radsportler diese Leistung aufrecht erhalten kann. Es geht um 10 Sekunden, um eine Minute, um 20 Minuten, um eine Stunde. Es gibt eine Kurve, die die zeitliche Aufrechterhaltung der Leistung beschreibt, die für jeden einzelnen Radsportler einmalig ist. Mit der reinen Leistung kann ich gar nicht meckern. Kurzzeitig jenseits der 1000 Watt, über eine Minute 400 Watt, eine Stunde lang ein Stück weit über 200 Watt, als Mittfünfziger geht das schon.

Meine Watt pro Kilogramm Körpergewicht sind dagegen eher erbärmlich, es ist das nach wie vor viel zu hohe Körpergewicht, es ist das viszerale Fett, also genau das Fett unter der Bauchdecke. Das schlimme, gefährliche Fett. Meine Skelettmuskulatur ist für einen Radsportler recht gut entwickelt und auch gut sichtbar. Das wenige Fett unter meiner Haut ließe jede Caliper-Zange völlig falsche Körperfettwerte anzeigen.

Deswegen gehe ich das Jahr 2018 etwas anders an als die Jahre zuvor. Es geht los mit der Bestandsaufnahme und die mit einigem technischen Gerät. Hier die Nummer 1:

Es ist also mehr als nur eine Waage, es ist eine Körperfettwaage oder wie zu sehen ein Omron „Body Composition Monitor“. Da herkömmliche Körperfettwaagen nur von Fuß zu Fuß messen scheint die Variante mit beiden Füßen und beiden Händen schon die genauere zu sein. Wobei mir der absolute Wert relativ egal ist, es geht mir um die Tendenz.

Okay, ganz so egal sind mir die derzeitigen Werte dann doch nicht. Die sind – genau genommen – zunächst zum heulen. Im Mittel der ersten Messungen trage ich einen Körperfettanteil von etwas über 24% mit mir rum, meine Skelettmuskulatur macht ca. 34,5% aus (geht so). Ach, was soll’s, wenn ich hier schon den Striptease mache, ich wiege derzeit 96,5 kg (1.1.2018: 98,5kg!) und JA ich weiß, daß das irgendwie für eine verkorkste letzte Saison und einige Fehler in der Ernährung steht.

Das zweite technische Gerät ist das hier:

Eine Uhr. Eine Lauf-, Radfahr-, Schwimmuhr. Ein Activity-Tracker mit einigen smarten Funktionen, die Garmin vivoactive 3. Sie wird mich ab sofort 24 Stunden am Tag begleiten und kontrollieren, ob sich alle Körperwerte in die gewünschte Richtung entwickeln.

Das dritte technische Gerät ist ein Portal im Internet: myfitnesspal. Seit letzter Woche wird Buch geführt, was ich so in mich reinfresse. Schon die ersten Eintragungen hatte es in sich, so wurde mir mein vermeintlich kleines Frühstück ganz schön derb um die Ohren geschlagen. Mein Kaffee muß offenbar deutlich entzuckert werden und mit den Nüssen muß ich auch genauer in der Dosierung werden. Später mehr.

Ich gehe jetzt nochmal ein paar Schritte zurück, gewissermaßen auf START. Es geht um die Fitness, es geht um körperliche Veränderungen (Bauch!), es geht um Gewicht und um Muskelaufbau. Leistungswerte blende ich zunächst erstmal aus, wenn ich deutlich unter 90kg bin komme ich darauf zurück. Über die entscheidenden Eckdaten werde ich von nun an wöchentlich an dieser Stelle berichten.

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
Dieser Beitrag wurde unter Gesundheit, Sport, Technik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Zwei Schritte zurück

  1. evonallmen schreibt:

    Ich spende schon mal Beifall für diese klugen Entscheidungen und Investitionen! 🖒😀 offen bleibt die Frage: Warum erst jetzt? 🤔 Ok. Immer noch besser als nie 😁🖒🖒🖒

    Gefällt 1 Person

    • rennradopa schreibt:

      Schwer zu sagen. Vielleicht habe ich als früherer Leistungssportler zuviel Wert auf „Leistung“ gelegt. Den Begriff „leistungsorientierte Fitness“ hatte ich ja erstmals von Dir gehört, allerdings fühlte ich mich dadurch schon fast etwas zurückgesetzt. So kann man sich irren.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.