Überwacht

Seit fast zwei Wochen trage ich einen Activity-Tracker am Handgelenk. Neben meinen sportlichen Aktivitäten wird nun auch mein tägliches Leben überwacht. Es werden Herzschläge, Schritte, erklommene Etagen und Schlafzustände protokolliert, verbrauchte mit aufgenommenen Kalorien verrechnet, Intensivminuten gezählt und der Tag in verschiedene Streßbereiche eingeteilt. Ich mache das freiwillig, ich will das so.

Nach einigem gedanklichen Hin und Her zwischen der Fitbit ionic, der Apple Watch 3 und mehreren Garmin-Modellen ist es letztlich wie berichtet die Garmin vivoactive 3 geworden. Den Ausschlag gab unter anderem das über Jahre gepflegte Konto bei Garmin Connect samt drei Geräten, die dort regelmäßig ihre – also, meine – Daten abliefern.

Die 319€ (inzwischen selbst bei Garmin nur noch 299€) habe ich bis jetzt nicht bereut. Jetzt trage ich seit Jahrzehnten wieder regelmäßig eine Uhr, wer hätte das gedacht? Dazu habe ich jetzt eine (neue) GPS-Laufuhr, die zudem permanent den Puls am Handgelenk mißt, eine dazugehörige App samt dahinter stehendem Auswerte-Portal, eine Smart-Watch mit diversen Anzeigefunktionen vom iPhone und der Möglichkeit, bei Bedarf etliche Apps zu laden und zu nutzen. Eine kleine Statistik über den Ruhepulsverlauf der letzten 7 Tage (bei mir z.Z. um die 45/min) ist eine der vielen gleich in der Uhr verbauten Funktionen.

Die vivoactive 3 hängt mit vielen Bedien- und Auswertefunktionen am Smartphone (hier: iPhone 6) und an der App „Garmin Connect“. Es ist zu überlegen, ob man Uhr und Smartphone nur zeitweise miteinander koppelt (dann ohne smart notification), um Akkukapazität am Smartphone zu sparen. Immerhin läuft dann ununterbrochen Bluetooth, wenn auch in der stromsparenden Version 4.  Die Uhr selbst dürfte selbst gekoppelt so um die 5 Tage durchhalten, zumindest wenn man nicht laufend damit herumspielt, sondern sie einfach nur tracken läßt.

Wenn es nachts etwas ungewohnt ist, vielleicht drückt, dann hilft es, das ohnehin dehnbare Armband zwei Laschen lockerer zu machen. Eigenartigerweise klappt die Herzfrequenzmessung auch so.

Entscheidend für diverse Abnehm- und Fitnesseffekte ist die Verwendung des Gerätes sowohl zur Aufzeichnung als auch zur ständigen Motivation. Das Leben wird so ganz nebenbei zum Schrittesammeln. Abends fehlen noch 1000 Schritte an den geplanten 6000? Schnell noch ’nen kleinen Umweg eingelegt. Aufzug ist nicht, sonst kommen die 50 Etagen nicht zusammen. „Wer geht mal schnell wegen abgeschalteten Aufzug in die 10. Etage?“ – „Hold my beer.“ (Ach, selbst das Bier ist bei mir weniger geworden) Selbst bei sportlichen Aktivitäten gilt: Mal länger Kalorien verbrennen, also Zahl der geplanten „Intensiv-Minuten“ einhalten und überbieten. Es lohnt auch ein Blick in die Schlafauswertung, ich schlafe ca 4-5 Stunden und zusätzlich eine Stunde mit 4+1 Tiefschlafphasen. Wußte ich vorher auch nicht.

Zum ständigen Austausch der Daten mit MyFitnessPal und um anfangs lästig wirkenden Eingeben der Daten rund um die Fresserei werde ich mich in Kürze ausführlich äußern. Und natürlich auch zum Trend bei meinen Körperwerten, morgen ist ausführliche Messung.

Ja, ich werde jetzt überwacht. Und das ist gut so.

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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4 Antworten zu Überwacht

  1. gabiwinck schreibt:

    🙂 Die Funktion mich zu erinnern, wenn ich mich wieder mal bewegen soll … habe ich bei meiner Garmin bald mal deaktiviert … Sie piepste bei den unmöglichsten Gelegenheiten … 🙂

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    • rennradopa schreibt:

      Meine vibriert bloß, bis jetzt war alles ohne Piepsen. Der erhobene Zeigefinger funktioniert auch so, spätestens nach dem Öffnen der App. Da ist in der kurzen Zeit schon so mancher kleiner Umweg herausgekommen, nur um auf die Schritte oder Etagen zu kommen.

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Nachmittagsrunde – mein Senf

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