Operation

Am 15.12.2019 – also zwei Tage nach dem kleinen Mißgeschick – wurde ich operiert.

Da ich Falithrom-Patient bin und normalerweise mit einem INR-Wert von 1,5 bis 2,0 durchs Leben gehe war eine sofortige Operation (oder am darauffolgenden Tag) noch nicht möglich. Ich würde zu lange bluten. Deswegen bekam ich ab Samstag ein Vitamin K2 – Präparat und meine Falithrom – Einnahme wurde eingestellt. Zum Glück ging mein INR auch schnell Richtung 1,0.

Die Operation wurde unter spinaler Anästhesie durchgeführt. Kurzbeschreibung: Es gibt ein Mittelchen in die Wirbelsäule, ziemlich weit unten, alles ab Bauchnabel nach unten wird taub.

Sonntag gegen 9:30 Uhr ging es dann los. Ich kam im OP – Vorbereitungsraum an, wurde wie schon mehrmals zuvor nach Name, Geburtsdatum und -Ort sowie zur zu behandelnden Stelle befragt. Dann durfte ich mich hinsetzen. Mein lieber Sohnemann hatte mir kurz zuvor von geradezu unmenschlichen Schmerzen berichtet, die er bei einer ähnlichen Aktion ertragen mußte. Daraufhin hatte ich gewisse Bedenken, die ich auch äußerte. Die wurden sofort mit „das kriegen Sie gar nicht mit“ und „da ist die Belastung für den Körper viel geringer als bei Vollnakose“ gekontert. Na gut …

Erst gab es eine Spritze gegen den lokalen Schmerz an der Einstichstelle – erträglich – dann kam die offensichtlich größere Spritze Richtung Wirbelsäule – unmerklich. Trotzdem hatte ich wegen meiner Bedenken einen recht hohen Puls. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht gab es daraufhin über den Zugang am Arm etwas spezielles zur Erzeugung einer LMAA – Stimmung in meinem Gemüt, was wohl ziemlich schnell wirkte.

„Jetzt bin ich da“ meinte dann wohl, daß die Nadel an der richtigen Stelle war. Nun wurde wohl ein Mittelchen mitten zwischen die Nervenbündel (oder wohin auch immer) gespritzt. Ich tippte immer mal auf mein linkes Bein und spürte von mal zu mal weniger. Dann durfte ich mich wieder hinlegen und es ging in den Operationssaal.

Dort ging es sofort los, Arme etwas fixiert, Bein hoch, ein textiler Sichtschutz zwischen meinem Bein und meinen Augen, ja, und dann ging die Operation auch schon los. Das LMAA – Mittelchen wirkte bestens, ich war geradezu tiefenentspannt und wollte dann doch etwas von der Operation mitbekommen. Irgendwann entdeckte ich einen Monitor schräg rechts über mir, da lief eine Operation in einem recht großen Operationsgebiet, die Haut weit auseinander gezogen, es war eine Hand zu sehen und eine längliche Maschine, die irgendwann nach links weggezogen wurde. Mit einem Spiralbohrer dran.

Meine Operation!

Dann war immer wieder eine Hand zu sehen, mehrere Schlaufen von dünnen Fäden, da wurde gewickelt und gefädelt, gezogen, geknetet, getupft, und ich schaute mir nahezu emotionslos die Operation an und in meinem Oberschenkel an. Die Anästhäesistin sagte noch: „Das ist so eine Kordeltechnik.“ Aha … Hinterher hatte ich allerdings den Eindruck, daß ich einige entscheidende Momente verpaßt hatte, so das Aufschneiden des Beines und später das Hervorziehen der beteiligten Muskeln in Richtung Knie. Immerhin konnte ich das Schließen und Vernähen des betroffenen Gebietes gut beobachten.

Dann tat sich kurze Zeit nichts. Da guckte der Operateur über den Sichtschutz und sagte: „So, Herr Stöckel, Beinpresse wieder in 4 Monaten!“ „Okay, ich werde mich dran halten.“

Meine Beine müssen die gelegentliche Beinpresse wohl erahnen lassen.

Mein Bein wurde wieder eingewickelt, wieder mit der gleichen Gipsschiene wie zu Beginn meines Aufenthaltes hier im Uniklinikum Jena. Dann kam ich für eine knappe Stunde in den am Sonntag völlig leeren Aufwachsaal. Warum eigentlich? Ich war doch wach? Dann ging es wieder zurück ins Zimmer. Die Schwestern hatten sogar noch mein Mittagessen gerettet, da war die Welt wieder in Ordnung.

Vorerst. So nach und nach ließ die Wirkung der Anästhesie nach. Das Bohren in die Kniescheibe, die Anker und die Kordeltechnik waren wohl doch recht massive Eingriffe, die dann auch das Nervensystem recht deutlich anzeigt. Ich mußte die volle Dosis der angebotenen Schmerzabletten nutzen und sogar noch um Nachschlag bitten, der Schmerz in und über dem Knie war dann doch zu heftig. Am Montag war es kaum besser, es war nur mit Nachschlag erträglich. Dafür habe ich am Dienstag die Entfernung der Drainage kaum bemerkt, das hatte ich schon mal ganz anders.

(wird fortgesetzt)

Über rennradopa

Ein Opa mit einem Rennrad. Hier wird selbst gedacht und selbst gemacht.
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