Neue Zahlen

Die neuen Zahlen belegen einen Zusammenhang zwischen meinen körperlichen Aktivitäten und dem aktuellen Schlachtgewicht. Der Sonntagmorgenwert lag bei 95,6kg, vor einer Woche waren es 0,2kg mehr. 200 Gramm sind nicht viel, es sind ein paar Schlückchen Wasser trinken oder einmal mehr oder weniger Pipi gehen.

Ein ähnliches Bild bei den Körperfettwerten, der Anteil sank um 0,3% auf 23,6% und mit viel Phantasie kann man einen Trend nach unten erkennen.

Der Aufwand war in dieser Woche deutlich geringer. 93 Kilometer auf dem Mountainbike im Grundlagenbereich und 45 intensivere Minuten auf der Rolle, das war’s. Dazu waren die Tage mal knapp über und mal knapp unter der Kalorienbilanz. Viel bessere Zahlen waren deshalb auch nicht zu erwarten.

Für die kommende Woche ist einiges außerhalb des eigentlichen Radsports geplant, der Körper hat’s nötig und auch verdient. Stay tuned  😉

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Neue Hardware für’s Training

Die meisten Kilometer auf dem Rennrad habe ich mit Laufrädern von Mavic absolviert, genauer die sehr weit verbreiteten Mavic Aksium. Ich will nicht meckern, sie haben bisher bis zu 25000 Kilometer gehalten und das bei der doch recht spärlichen Pflege und Wartung meinerseits. Preisklasse um die 200€, paßt. Allerdings kann man von den Fahrleistungen keine Wunder erwarten, die Felgen sind robust, aber damit auch recht schwer. Zudem habe ich als sowohl schwerer als auch kräftiger Fahrer schon das Gefühl, daß sich beim Antritt hinten so einiges durchbiegt und viel Kraft in die Verformung von Felge und Speichen geht.

Das war mit dem Kauf des Canyon schon ganz anders. Laufräder waren hier die Mavic Ksyrium Elite, sehr leicht, sehr steif, für 120kg Fahrergewicht zugelassen, die Beschleunigung war einfach grandios. Nach ca. 3000 Kilometern (+/- 1000) war aber der Spaß am Hinterrad vorbei.

Mavic sagt, damit könne man nicht mehr fahren. Ich weiß, daß ich längst nicht der Einzige mit einer derart geschädigten Felge bin, nein, es ist eher typisch für genau diese Felge. Mavic möchte, daß ich eine neue Ksyrium-Felge kaufe, ich dagegen sehe keinen Grund, weiterhin Mavic-Felgen dieser Preis- und Gewichtsklasse zu kaufen.

Also habe ich mich im allwissenden Internet schlau gemacht, etliche Laufräder in die für mich und mein Leben üblichen Tabellen eingetragen, gerechnet, verglichen. Und so ganz nebenbei habe ich auch an meinen Wettkampf-LRS gedacht samt Laufradbauer. In den letzten Wettkämpfen bin ich 50mm hohe Carbonfelgen mit Alubremsflächen gefahren, genau die AC 50/50 SL C von Aerycs (Firma LSD Sports GmbH). Mit denen bin ich sehr zufrieden (ich werde auch mal darüber berichten), warum also nicht einen Trainings-Laufradsatz aus diesem Hause?

Die Wahl fiel zunächst auf die A 30/30 SL C Aero-23, die mit speziellen Speichen bis 110kg Fahrergewicht zugelassen sind. Trotzdem hatte ich Bedenken, immerhin hat ein bis 120kg zugelassenes Hinterrad bei mir nicht lange gehalten. Ich fragte erstmal per Mail an, ob dieser Laufradsatz der richtige für mich sein könnte, speziell für sehr viele Trainingskilometer. Antwort und Empfehlung war ein Laufradsatz mit DT 511 Felgen, den hauseigenen A1- Naben sowie DT Swiss Aero Comp Speichen. Etwas teurer, etwas schwerer als der A30/30.

Genau den habe ich mir dann vor kurzem für 389€ bestellt und da ist er nun, so ganz ohne Trara und Unboxing-Video:

Daß die Räder rund sind sollte bekannt sein, deswegen zeige ich lieber Felge samt roter Nippel. Das sollte gut zum schwarzen Canyon mit rotem Dekor passen. Bereift habe ich die Räder mit Continental Grand Prix II 23mm vorn und 25mm hinten, die Kassette ist eine 105er mit 11-28 Zähnchen. Die Gewichte reiche ich nach.

In vielleicht 2 Wochen wird es die erste Fahrt mit diesem Laufradsatz geben und ich werde berichten.

Veröffentlicht unter Sport, Technik | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Zahlen, bitte!

Letzte Woche habe ich meine geradezu erschütternden Körperwerte präsentiert. 96,5 Kilogramm Lebendgewicht, ich bin geneigt, vom „Schlachtgewicht“ zu sprechen.

Nun die neue Zahl, es sind 95,8 kg, wie üblich gemessen vor dem Frühstück. In einer Woche 0,7 kg, ja, ich bin erstmal zufrieden. Es geht nicht zu schnell und es geht nicht zu langsam, Hauptsache, es geht ungefähr so weiter. 2 Kilogramm pro Monat ist anvisiert.

Das Körperfett ist von knapp über 24% auf knapp unterhalb 24% gesunken (ca. 1%), aber das können auch kleine Meßfehler sein. Ähnlich die Skelettmuskulatur, die ist wiederum um ein knappes Prozent mehr geworden, aber auch innerhalb von einem kleinen Auf und Ab. Ich vermute da längere Zeiträume, die zu merklichen Verbesserungen nötig sind.

Also dann, auf zu den nächsten 0,7kg!

Veröffentlicht unter Gesundheit | Kommentar hinterlassen

Überwacht

Seit fast zwei Wochen trage ich einen Activity-Tracker am Handgelenk. Neben meinen sportlichen Aktivitäten wird nun auch mein tägliches Leben überwacht. Es werden Herzschläge, Schritte, erklommene Etagen und Schlafzustände protokolliert, verbrauchte mit aufgenommenen Kalorien verrechnet, Intensivminuten gezählt und der Tag in verschiedene Streßbereiche eingeteilt. Ich mache das freiwillig, ich will das so.

Nach einigem gedanklichen Hin und Her zwischen der Fitbit ionic, der Apple Watch 3 und mehreren Garmin-Modellen ist es letztlich wie berichtet die Garmin vivoactive 3 geworden. Den Ausschlag gab unter anderem das über Jahre gepflegte Konto bei Garmin Connect samt drei Geräten, die dort regelmäßig ihre – also, meine – Daten abliefern.

Die 319€ (inzwischen selbst bei Garmin nur noch 299€) habe ich bis jetzt nicht bereut. Jetzt trage ich seit Jahrzehnten wieder regelmäßig eine Uhr, wer hätte das gedacht? Dazu habe ich jetzt eine (neue) GPS-Laufuhr, die zudem permanent den Puls am Handgelenk mißt, eine dazugehörige App samt dahinter stehendem Auswerte-Portal, eine Smart-Watch mit diversen Anzeigefunktionen vom iPhone und der Möglichkeit, bei Bedarf etliche Apps zu laden und zu nutzen. Eine kleine Statistik über den Ruhepulsverlauf der letzten 7 Tage (bei mir z.Z. um die 45/min) ist eine der vielen gleich in der Uhr verbauten Funktionen.

Die vivoactive 3 hängt mit vielen Bedien- und Auswertefunktionen am Smartphone (hier: iPhone 6) und an der App „Garmin Connect“. Es ist zu überlegen, ob man Uhr und Smartphone nur zeitweise miteinander koppelt (dann ohne smart notification), um Akkukapazität am Smartphone zu sparen. Immerhin läuft dann ununterbrochen Bluetooth, wenn auch in der stromsparenden Version 4.  Die Uhr selbst dürfte selbst gekoppelt so um die 5 Tage durchhalten, zumindest wenn man nicht laufend damit herumspielt, sondern sie einfach nur tracken läßt.

Wenn es nachts etwas ungewohnt ist, vielleicht drückt, dann hilft es, das ohnehin dehnbare Armband zwei Laschen lockerer zu machen. Eigenartigerweise klappt die Herzfrequenzmessung auch so.

Entscheidend für diverse Abnehm- und Fitnesseffekte ist die Verwendung des Gerätes sowohl zur Aufzeichnung als auch zur ständigen Motivation. Das Leben wird so ganz nebenbei zum Schrittesammeln. Abends fehlen noch 1000 Schritte an den geplanten 6000? Schnell noch ’nen kleinen Umweg eingelegt. Aufzug ist nicht, sonst kommen die 50 Etagen nicht zusammen. „Wer geht mal schnell wegen abgeschalteten Aufzug in die 10. Etage?“ – „Hold my beer.“ (Ach, selbst das Bier ist bei mir weniger geworden) Selbst bei sportlichen Aktivitäten gilt: Mal länger Kalorien verbrennen, also Zahl der geplanten „Intensiv-Minuten“ einhalten und überbieten. Es lohnt auch ein Blick in die Schlafauswertung, ich schlafe ca 4-5 Stunden und zusätzlich eine Stunde mit 4+1 Tiefschlafphasen. Wußte ich vorher auch nicht.

Zum ständigen Austausch der Daten mit MyFitnessPal und um anfangs lästig wirkenden Eingeben der Daten rund um die Fresserei werde ich mich in Kürze ausführlich äußern. Und natürlich auch zum Trend bei meinen Körperwerten, morgen ist ausführliche Messung.

Ja, ich werde jetzt überwacht. Und das ist gut so.

Veröffentlicht unter Gesundheit, Sport, Technik | 4 Kommentare

Zwei Schritte zurück

Rein physikalisch wird der Radsportler mit einem einzigen Wert gemessen und klassifiziert: W/kg, Watt pro Kilogramm, Leistung pro Körpergewicht. Das Ganze wird dann noch aufgedröselt in die Zeit, in der der Radsportler diese Leistung aufrecht erhalten kann. Es geht um 10 Sekunden, um eine Minute, um 20 Minuten, um eine Stunde. Es gibt eine Kurve, die die zeitliche Aufrechterhaltung der Leistung beschreibt, die für jeden einzelnen Radsportler einmalig ist. Mit der reinen Leistung kann ich gar nicht meckern. Kurzzeitig jenseits der 1000 Watt, über eine Minute 400 Watt, eine Stunde lang ein Stück weit über 200 Watt, als Mittfünfziger geht das schon.

Meine Watt pro Kilogramm Körpergewicht sind dagegen eher erbärmlich, es ist das nach wie vor viel zu hohe Körpergewicht, es ist das viszerale Fett, also genau das Fett unter der Bauchdecke. Das schlimme, gefährliche Fett. Meine Skelettmuskulatur ist für einen Radsportler recht gut entwickelt und auch gut sichtbar. Das wenige Fett unter meiner Haut ließe jede Caliper-Zange völlig falsche Körperfettwerte anzeigen.

Deswegen gehe ich das Jahr 2018 etwas anders an als die Jahre zuvor. Es geht los mit der Bestandsaufnahme und die mit einigem technischen Gerät. Hier die Nummer 1:

Es ist also mehr als nur eine Waage, es ist eine Körperfettwaage oder wie zu sehen ein Omron „Body Composition Monitor“. Da herkömmliche Körperfettwaagen nur von Fuß zu Fuß messen scheint die Variante mit beiden Füßen und beiden Händen schon die genauere zu sein. Wobei mir der absolute Wert relativ egal ist, es geht mir um die Tendenz.

Okay, ganz so egal sind mir die derzeitigen Werte dann doch nicht. Die sind – genau genommen – zunächst zum heulen. Im Mittel der ersten Messungen trage ich einen Körperfettanteil von etwas über 24% mit mir rum, meine Skelettmuskulatur macht ca. 34,5% aus (geht so). Ach, was soll’s, wenn ich hier schon den Striptease mache, ich wiege derzeit 96,5 kg (1.1.2018: 98,5kg!) und JA ich weiß, daß das irgendwie für eine verkorkste letzte Saison und einige Fehler in der Ernährung steht.

Das zweite technische Gerät ist das hier:

Eine Uhr. Eine Lauf-, Radfahr-, Schwimmuhr. Ein Activity-Tracker mit einigen smarten Funktionen, die Garmin vivoactive 3. Sie wird mich ab sofort 24 Stunden am Tag begleiten und kontrollieren, ob sich alle Körperwerte in die gewünschte Richtung entwickeln.

Das dritte technische Gerät ist ein Portal im Internet: myfitnesspal. Seit letzter Woche wird Buch geführt, was ich so in mich reinfresse. Schon die ersten Eintragungen hatte es in sich, so wurde mir mein vermeintlich kleines Frühstück ganz schön derb um die Ohren geschlagen. Mein Kaffee muß offenbar deutlich entzuckert werden und mit den Nüssen muß ich auch genauer in der Dosierung werden. Später mehr.

Ich gehe jetzt nochmal ein paar Schritte zurück, gewissermaßen auf START. Es geht um die Fitness, es geht um körperliche Veränderungen (Bauch!), es geht um Gewicht und um Muskelaufbau. Leistungswerte blende ich zunächst erstmal aus, wenn ich deutlich unter 90kg bin komme ich darauf zurück. Über die entscheidenden Eckdaten werde ich von nun an wöchentlich an dieser Stelle berichten.

Veröffentlicht unter Gesundheit, Sport, Technik | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Tag der deutschen Einheit?

Der „Tag der Deutschen Einheit“ ist bestenfalls die Umschreibung eines Ziels, welches nicht mal jeder hier in Deutschland will. Was gibt es zu feiern?

Die „Wiedervereinigung“? Es war eine Vergrößerung der Bundesrepublik Deutschland, der Beitritt von fünf Bundesländern. Nix Einheit.

Aus dem Kampf für ein „einig Vaterland“ wurde ab 1990 die millionenfache Herabwürdigung ganzer Lebensleistungen und Karrieren. Ehemalige „Brüder und Schwestern“ wurden zu Faulpelzen erklärt, denen man die Arbeit erst beibringen muß. Damalige Arbeitsamts-Parole: „Wir machen uns fit!“ (Die Ossis unter uns werden sich erinnern) Tausende, vielleicht Zehntausende haben in den neuen Arbeitsämtern die Worte „Sie sind überqualifiziert“ um die Ohren gehauen bekommen, um ihnen selbst Zugänge zu einfachen Jobs zu verwehren.

Das Wirken und die Verbrechen der Treuhand sind bis heute nicht aufgeklärt worden, man sieht bis heute dafür keinen Bedarf (oder will eigene Schuld unter den Teppich kehren). Es wurde in vielen Bereichen lediglich eine verlängerte Werkbank eingesessener Westunternehmen geschaffen, ansonsten Ost-Konkurrenz ausgeschaltet. Betroffene wissen, welche Unternehmen ich meine.

Und wo in etlichen Unternehmungen (west) geradezu legendäre Löhne gezahlt und Sozialleistungen fließen, haben genau diese Unternehmen hier im Osten lediglich Leiharbeit angeboten und den Ost-West-Unterschied auf Jahrzehnte hinaus zementiert. Das regelrechte Ausbluten des Ostens in Bezug auf die Fachkräfte geht nach wie vor weiter. Zurück bleiben Deutsche zweiter Klasse.

Und jetzt wundern wir uns, warum etliche Ost-Männer meiner Altersklasse die falschen Schlüsse ziehen und genau den Hetzern von damals – heute blau lackiert – nachlaufen.

Deutsche Einheit? Es gibt nichts zu feiern.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Kommentar hinterlassen

Polizei, Köln und so

Zum Schluß war alles gut. Schulterklopfen der Beteiligten und ein Verbitten jeder Kritik. Ernsthaft? Oder sollten wir der Polizei lieber doch noch beibringen, daß Syrien und der Libanon nicht zu Nordafrika gehören? Dann wäre ja alles in Ordnung. Ist ja auch nur eine klitzekleine Unschärfe in Racial Profiling, allein von Haut- und Haarfarbe auf die Nationalität zu schließen. Oder eben auf mögliche kriminelle Absichten.

Artikel 3 des GG darf ich an dieser Stelle als bekannt voraussetzen.

Ja, es wäre eine Ochsentour gewesen, diese „Formation“ in „kriminell“ und „in Feierlaune“ zu differenzieren, aber nun wissen wir nicht mal, wieviele davon mit welchen Absichten gekommen waren. „Zur Sicherheit“ werden also alle festgesetzt, im Wissen, daß es Unschuldige gibt. Eine Vorgehensweise, die wir eigentlich aus Diktaturen kennen, von Stalin über Hitler bis … tja, Erdogan. Weiß man außer dem Phänotyp der Mitglieder etwas über diese „Formation“? Vielleicht, wo sie herkamen? Nicht zufällig eine zufällig entstandene Menge, vielleicht alle aus einem Vorortzug? Oder verabredet, weil klar war, daß man mit diesem Phänotyp in der Nähe der Hbf wohl auf Schwierigkeiten stoßen könnte, gerade wenn man allein unterwegs ist? Wurden sie gar geschickt und wenn ja von wem? Wir werden und wollen es nicht wissen, auch dank Racial Profiling.

Sie sahen halt so aus.

Und so war es denn ruhig rund um den Hbf, ob es an der Festsetzung dieser „Formation“ lag werden wir auch nie erfahren. Man feiert sich, egal. Aber es ist sehr gut und in dieser Welt auch gar nicht so üblich, daß wir über die Polizei und deren Arbeit reden und diskutieren, auch kritisieren können. Und auch das wollen wir uns von niemanden nehmen lassen.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Kommentar hinterlassen

Zwei Rennen, Licht und Schatten

Zwei Rennen, eines richtig gut, eines als Katastrophe trotz vermeintlich sehr guter Form, geht das? Leider ja.

Da waren zum einen die FitBit – NeuseenClassics, seit Jahren eine feste Größe in meinem eher bescheidenen Rennkalender. Es ist eine kurze, schnelle Ballerstrecke im Süden Leipzigs, sofern man sich für die 60km entscheidet, und man merkt da schon, wie gut man über den Winter gekommen ist.

Es verlief fast alles nach Plan. Die ersten 200m habe ich allerdings etwas vertrödelt, jedenfalls fuhr eine Gruppe vor mir weg und ich konnte mich nicht rechtzeitig durchdrängeln, um da noch ranzukommen. 300m Volldampf haben nicht gereicht, vielleicht zum Glück, denn in der Gruppe gab es vermutlich ein paar Stürze und wer weiß, wie ich in diesen Situationen ausgesehen hätte.

Ich etablierte mich also in der nächsten Gruppe, und die war ganz mein Geschmack. Es war mein „Mitfahr-Tempo“. Anfangs hatte ich sogar Mühe, nach Kurven immer wieder dranzubleiben, im Laufe des Rennens wurde es aber immer besser. So nach und nach ging ich in der Gruppe immer mehr nach vorn, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, irgendwann im Rennen „eine Rolle“ zu spielen, welche auch immer. Es dauerte bis ca 3km vor dem Ziel, einer hatte sich etwas abgesetzt und direkt vor mir war eine Lücke, die Lücke. Ich hatte vor, mich einfach maximal vor’s Feld zu spannen und unter Volldampf sehen, was passiert, entweder komme ich weg oder alle bleiben dran, aber eben hinter mir. So wollte ich für mich in den letzten Kurven vor dem Ziel meine persönliche Sturzgefahr mindern, was letztlich auch gelang. Aber mehr auch nicht. Für vielleicht einen Kilometer war Volldampf drin, 400-500 Watt, um die 40 km/h. 100m vor der letzten Kurve war der Akku dann leider leer und so zog der Pulk dann doch an mir vorbei.

Trotzdem sturzfrei, trotzdem ein recht guter Schnitt, trotzdem direkt nach dem Rennen geschafft, aber nicht halb tot. Unterm Strich meine besten NeuseenClassics überhaupt, Rennradlerherz, was willst Du mehr?

In Hamburg war es dann doch etwas anders. „Nach 100km Krämpfe und die letzten 50km  als Einzelzeitfahren“ hatte ich schon kommuniziert. Nur, wie konnte es dazu kommen?

Im Vorfeld konnte ich meinen Trainingszyklus so einigermaßen einhalten. Normal-Woche, Belastungs-Woche, Hochbelastungs-Woche, Regenerationswoche. Die Woche direkt vor dem Rennen nannte sich dann abweichend „Tapering“. Nun ja, ich hab da die Belastung deutlich runter gefahren, mehr aber nicht. Am Anfahrtstag keine kleine Vorbelastung, nix. Nur „Carboloading“ beim Italiener, Bierchen inklusive.

Wettkampftag

7:00 Uhr öffnete im Hotel das Frühstücksbüffett, 8:10 sollte der Start sein und man sollte sich ja schon etwas eher einfinden – so sah mein Zeitfenster aus, welches mich irgendwie unter Druck setzte. Und so ging es nicht um den Super-Quark nach Dr. Feil, nicht um spezielle Smoothies und das im genauen Zeitfenster, nein, es war ein relativ normales Frühstück im Hotel, Brötchen, Rührei, etwas Kaffee, Saft. Also nicht wie bei mir üblich 3 große Tassen Kaffee + noch irgendwas, nee, nur eine kleine Tasse Kaffee. Vielleicht hätte ich wenigstens das Magnesium-Granulat nehmen sollen, welches am Vortag an der Innenalster großzügig an mutmaßliche Cyclassics-Teilnehmer verteilt wurde. Nein, nix.

Ich fuhr also mit zuwenig Wasser in mir los. Mein Taktik sah so aus, daß ich die ersten 100km relativ passiv mitfahre und dann in der 55km-Schleife wieder (siehe oben) „eine Rolle spielen“ würde. Und es schien erstmal aufzugehen.

Freilich bemerkte ich mal wieder meine vielen Kilos, gerade auf der Köhlbrandbrücke und auf der Ehestorfer Landstraße. Das sind nun beileibe keine epischen Pässe, sondern einfach ein paar kleine Huckel, die es aber im Renntempo zu meistern galt. Mögen da andere mit 250 Watt hochgefahren sein – bei mir waren es eher 400-500 Watt. Ja, das kann ich mittlerweile, aber es braucht auch jede Menge Treibstoff. Das Thema ist lästig, aber es ist mein Hauptthema, ich bin nach wie vor viel zu schwer für meine sportlichen Ziele.

Das ist mir auch schon am Start aufgefallen. Im Großen und Ganzen erhöht sich ja das Niveau, je weiter vorn man startet. Austrainierte Körper, kaum sichtbares Übergewicht, immer professionellere Technik und tausende sichtbare Kilometer auf dem Rennrad findet man in Startblock A und B deutlich häufiger als in K oder L. Technisch war ich gut dabei, neben den vielen Mittelklasse-Carbonrennern namhafter Hersteller sah mein Alu-Canyon gar nicht so schlecht aus, mit meinem relativ neuen Laufradsatz von Aerycs war ich mutmaßlich im besten Drittel aller Starter im Startblock B.

Aber ich war der Fette.

Und mein Startblock war eine Nummer zu ambitioniert für mich. In der Ebene 45-55 km/h mitfahren kann jeder, das war auch diesmal kein Thema, „interessant“ wurde es an jeder Steigung. Auf der Köhlbrandbrücke war es ja noch einfach, genau genommen waren wir da erst so richtig warmgefahren. Die Ehestorfer Landstraße zieht sich unmerklich aber ekelhaft vor sich hin, immer steiler werdend, bis man dann merkt, daß man im „Kreuzgang“ (vorn 53 Zähne, hinten 28) angelangt ist. Das Bereinigen der Schaltungssituation hat mich den Anschluß an meine Truppe gekostet.

Halb so schlimm, die nächsten kamen schon von hinten, einen Hauch langsamer als die erste Gruppe, machbar. Aber die ach so flachen Cyclassics haben hier und da noch ein paar Höhenmeterchen versteckt, ich mußte zusehen, wie ich dran bleibe. Insgesamt fühlte ich mich aber von Kilometer zu Kilometer immer besser. Bei Kilometer 85 oder 90 dann die Feststellung „oh, erst ein wenig aus der ersten Flasche getrunken“, da kam die Schnapsidee in mir auf, ohne Verpflegungstopp durchzufahren. Geplante vier Stunden Wettkampf mit 1,4 Litern Iso-Getränk, es schien so machbar.

Durst, Krämpfe

Im Bereich der Feldertrennung hatte ich dann auf einmal Durst. Kein Problem, die erste Flasche gleich mal ausgetrunken. Aber nach der Feldertrennung war ich plötzlich allein, ca 30m vor mir war die kleine Truppe, da wollte ich dann hin.  Zur Beschleunigung mal aus dem Sattel, eins zwei eins zwei – autsch, Krämpfe in beiden Oberschenkeln! Und jetzt noch 55 Kilometer?

Erstmal locker pedalieren, sitzend natürlich, in den Körper reinhorchen und ich hörte ein „wird schon gehen“. Bald kam eine Gruppe von hinten und ich konnte mich erstmal anhängen. Das ging dann für 3-4 Kilometer gut, bis es dann wieder welliger wurde. Da konnte ich sitzend nicht mehr die erforderliche Kraft aufbringen, und dann kamen auch die Krämpfe wieder. Diesmal jedoch schon im Sitzen, aber es waren andere Muskelgruppen betroffen, Unterseite außen, würde ich als Nichtmediziner sagen.

Trinken! Trinken! Trinken! Nee, ich habe wohl irgendwie vergessen. Noch im Stadtgebiet Hamburg war zwar die zweite Flasche auch alle, aber ich hatte danach keinen Blick und keinen Gedanken für die nächste Verpflegungsstelle. Es folgten ca 25 Kilometer Alleinfahrt, kurz unterbrochen von ca. 500m zu zweit („Mir tut der Arsch weh“ – erinnert sich da jemand?) und gefühlt 10 Grüppchen, die an mir vorbei flogen, ohne daß ich eine Chance hatte, mich da anzuhängen. Da war nur eins: Frust pur.

Ungefähr 20 Kilometer (?) vor dem Ziel war dann doch noch eine Verpflegungsstelle. Diesmal fuhr ich ran und holte mir randvolle 750ml Iso-Getränk, was mich innerhalb der nächsten 10 Kilometer (Kösterberg inklusive) wieder regelrecht aufbaute. Leider waren da aber keine funktionierenden Gruppen in meiner Nähe, im Grunde fuhren wir da alle einzeln bis ins Ziel.

Die jubelnde und lärmende Menschenmenge auf der Zielgeraden namens Mönckebergstraße baute mich dann doch wieder ein wenig auf, obwohl ich mich innerlich wie ein Verlierer fühlte. So hatte ich mir meinen Saisonhöhepunkt nicht vorgestellt.

Nachbetrachtung

Im Vorfeld wurde ich besonders aus dem nicht so sportaffinen Bereich wegen meiner Streckenwahl kritisiert, die 155km wäre zu lang für mich. Dem ist nicht so. Ich habe nur erfahren müssen, daß man für Renndistanzen jenseits der 100km bei der Versorgung des Körpers im Rennen keine Fehler machen darf. Eine gute Form vorausgesetzt fährt man über 60km seine Reserven leer und gut ist, bei 100km kommt ausreichend Wasser hinzu. Darüber muß wirklich alles mögliche nachgefühlt werden, Wasser, Mineralstoffe inkl. Salz, Kohlenhydrate, also diverse Zuckerarten. Es geht nicht ohne.

Die vielen klugen Bücher über Radsport, Training, Wettkampfvorbereitung machen genau dann Sinn, wenn man sie versteht, ja, verinnerlicht und sich einfach daran hält. Da sehe ich auch den Hauptvorwurf an mich selbst, warum es so dumm für mich gelaufen ist.

Technisch habe ich vorerst meinen anvisierten Stand erreicht. Ein konkurrenzfähiges Rennrad, bestehend aus einem leichten, steifen Rahmen (Canyon Ultimate Al), einer semiprofessionellen Schaltgruppe (Shimano Ultegra), leichte und steife Aero-Räder (Aerycs AC 50 SL C) und ein pedalbasiertes Powermeter (bePRO) – was will ich mehr? Manch einer im Teilnehmerfeld wäre glücklich, so eine Rennmaschine fahren zu können, und ja, ich bin es auch. Deswegen wird es in nächster Zukunft auch keine großen Anschaffungen in dieser Richtung geben, ich hab ja alles. (Bis auf Lenkeraufsatz, Action-Kamera und die kleinen oder großen Dinge, von denen Rennradfahrer so gern träumen)

Veröffentlicht unter Gesundheit, Sport | 4 Kommentare

Der etwas andere Rennbericht

Natürlich gibt es bei Sportveranstaltungen auch total bescheuerte Zuschauer. Schlimmer sind allerdings so manche Kontrahenten:

Die Rennschnecke

Unbenannt

Liebe ignorante Vollhonks,

das hier ist für Euch!

Als ich mich vergangenen Sonntag auf den Weg nach Karlsdorf-Neuthard machte, um dort beim Summertime Triathlon auf der Sprintdistanz zu starten, war ich gut drauf. Ich freute mich, war gespannt, aufgeregt. Das Foto zeigt mich vor dem Rennen, kurz vorm Einrichten der Wechselzone 2. Da war die Welt noch in Ordnung und ich freute mich einfach nur auf meinen dritten Triathlon.

Ursprünglichen Post anzeigen 766 weitere Wörter

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Entscheidungsfindung EZF

Aja, grübel grübel grübel …

Da gibt es ja am Samstagabend (19. Juni) im Rahmen der Neuseenclassics ein 20km Einzelzeitfahren.

Grübel, grübel.

Es ist zweifellos der ehrlichere Wettkampf gegenüber den Rennen, und es reizt schon. Mitmachen?

Dagegen spricht: Keine Ahnung vom EZF, nicht mal ansatzweise ausprobiert, kein spezielles oder dafür umgerüstetes Rennrad verfügbar, keine Ahnung, wie ich dann am Sonntag dastehe (halbtot in den Beinen?), der Samstagabend ist außerdem schon mit Schatzi verplant, wir haben nur wenige gemeinsame Wochenenden …

Dafür spricht: wie erwähnt der ehrlichere Wettkampf, sowohl Zeit als auch Plazierung viel realistischer mit den Werten aus anderen Jahren vergleichbar, 20km gehen auch mal im Unterlenker, später wäre es ein schöner Vorwand, etwas Geld in zeitfahroptimierte Hardware zu investieren …

Es sieht so aus, als ob ich mich ab 2017 mal ans Einzelzeitfahren heranwagen werde. Ich grüble noch …

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen