bePRO – Licht und Schatten

Ich nutze seit fast einem Jahr ein Powermeter für mein Rennrad. Es ist ein bePRO von der Firma Favero aus Italien.

Kurze Zusammenfassung bis jetzt: Es ist seit einem Jahr möglich, für deutlich unter 1000€ die Leistung auf einem Rennrad zu messen, und das vor allem auch beidseitig. Der Markt hat es begierig aufgesogen, es wurde zeitweise mehr geordert, als die Firma liefern konnte. Erstmal DANKE!, daß diese Situation nicht gleich zu fetten Preiserhöhungen ausgenutzt wurde. Bei mir hat es auch etwas gedauert, aber dann hatte ich die beiden Pedale mit dem Touch von Hochtechnologie.

Erfahrung Nummer 1: Die Pedale müssen wirklich sehr genau montiert werden. Dazu hat man die kleinen Aufkleber, die kurz vor der Pedalachse mittels einer Schablone hochpräzise angebracht werden. Und genauso hochpräzise müssen dann auch die Pedale angebracht werden. Also reingeschraubt und gekontert, und ja, es paßt möglicherweise erst beim 10. Versuch. Diese Zeit und diese Nerven muß man sich tatsächlich nehmen.

Ich lag nämlich besonders links ganz schön daneben. Ein Links-Rechts-Verhältnis von ca. 70/30 konnte nicht normal sein, dazu insgesamt Wattzahlen im „Hach-das-wär-ja-nicht-schlecht“- Bereich. Die habe ich mir eine Weile gefallen lassen und dann doch mal den Support (Powermeter24) kontaktiert. „Nochmal neu montieren“, gesagt, getan, und schon war ich bei einem Verhältnis von 49/51 angelangt und dazu bei deutlich nachvollziehbareren Zahlen.

Allerdings gab es ein weiteres Problem. In diversen Beschreibungen steht etwas von „maximum load resistance 90kg“, frei übersetzt maximaler Druck oder eben auch Gewicht pro Pedal. Die Antwort auf besorgte Fragen lautete „halb so schlimm“, das drückt nur jemand mit 130kg. So ungefähr. Es war aber scheinbar die falsche Antwort.

Ich wiege knapp über 90kg und drücke in der vollen Belastung garantiert deutlich mehr als 90kg. Immerhin kommen zu meinem Körpergewicht Zugkräfte sowohl über Hand-Lenker als auch über das jeweils andere Pedal hinzu. Demzufolge bewege ich mich da schon deutlich im Grenzbereich, was sich auch in der „abgeschnittenen“ Leistungskurve bemerkbar macht. Der Schnitt erfolgt bei mir (sichtbar in Golden Cheetah) bei ca 1800 Watt (obwohl bePRO bis 2000 Watt messen soll). Da stimmt was nicht.

Möglicherweise spielt auch beim zweiten Problem das Maximalgewicht b.z.w. die Maximalkraft eine Rolle. Die bePRO knarren hin und wieder, verschiedene Geräusche, mal eher Quietschen, mal Knirschen. Daraufhin habe ich die Schmierung zwischen Pedalachse und Pedalkörper verändert, nun ist da Titanfett drin. Deutlich ruhiger, die endgültige Ruhe hat dann je ein Tropfen WD 40 von außen gebracht. Normal kann das nicht sein, oder?

Und nun mein drittes Problem: Das Rennrad ist mir am 12.4.2016 bei Naumburg während einer Pause umgefallen. Unter anderem auf’s rechte Pedal. Von da an hat rechts einen Wackler, mal wird übertragen, mal nicht. Da die Wattwerte nun zu unregelmäßig wurden habe ich meine guten bePRO auf bePRO S umgestellt, es wird derzeit nur links gemessen und der Wert verdoppelt. Das ist vorläufig möglich, da ich in der Phase unmittelbar vor dem Sturz eine relativ gleichmäßige Leistungsverteilung nachweisen konnte. Die Dauerlösung ist es jedoch nicht. Leider habe ich bis August gänzlich andere finanzielle Prioritäten, einfach so eine Reparatur oder möglicherweise ein neues linkes Pedal geht erstmal nicht.

Mein Fazit:

Das bePRO Powermeter ist bei korrekter Montage sehr genau, der Fahrer sollte nicht mehr als 80-90kg wiegen und ein Sturz kann so ein Pedal (b.z.w. die Meßtechnik und die Elektronik) wirksam zerstören. Schön wäre auch ein SPD-SL-kompatibler Pedalkörper, wie ihn Garmin für seine Vector-Powermeter inzwischen anbietet.

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Nicht beendet

Am 24. April hatte ich mein erstes Rennen nach einer fast 19-monatigen Renn-Pause. Das heißt nicht, daß ich 19 Monate untätig war, nein, in dieser Zeit habe ich Trainingskilometer abgespult, von denen etliche Hobbyradler rein zeitlich nur träumen können, Größenordnung 18000km. In den letzten 3000 Kilometern waren zudem ordentliche Intensitäten eingebaut, einigermaßen periodisiert trainiert hatte ich ein gutes Gefühl.

Auf nach Münchenbernsdorf

Dort endet seit einigen Jahren die Ostthüringentour, eine mehrtägige Veranstaltung des radelnden Nachwuchses. Und das ist in dieser Gegend kein Zuckerschlecken, wie ich gleich auf meiner Proberunde feststellen mußte. Die ersten 1,2km geht es nur bergauf. Nicht besonders steil, aber das Tempo macht die Härte, das Tempo der ersten Gruppe.

Erstmal gut, daß wir nicht aus der Kalten losfuhren, alle waren eingefahren, vorgeglüht, und wir mußten auch nicht ewig am Start rumstehen, ein Vorteil eines kleinen Feldes. Aber dann ging es los, sofort Feuerwerk! Ich fuhr erstmal mit und die Euphorie vernebelte mir einige wichtige Informationen. Die bemerkte ich nach knapp einem halben Kilometer, als plötzlich die Beine etwas einsäuerten. So verlief meine erste Minute, in der ich gerade so dem Tempo folgen konnte:

Unbenannt

Es ging nur 2% bis 5% bergauf, wohlgemerkt. Ich habe es mal bei Kreuzotter berechnet, nur ganz grob, mit 10kg Körpergewicht weniger hätten ca 50 Watt weniger ausgereicht, genau die Reserve, mit der ich drangeblieben wäre.

Wäre.

Ich wurde abgehängt wie ca 20% des Feldes (vermutlich, ich hatte keine Muße zum umdrehen und gucken), war nur noch so ein versprengtes Truppenteil. Endlich oben, in der Ebene, 3-4 Hanseln in einer Minitruppe und ich vorneweg, Tempo machen, an die Spitzengruppe zurück. Aber wann werde ich es endlich begreifen, daß ich allein gegen das Tempo einer Spitzengruppe über ca 2km nicht den Hauch einer Chance habe? Die anderen hatten es spätestens einen Kilometer vor mir eingesehen und damit im nächsten Anstieg wenigstens genug Kraft für einen einigermaßen flotten Anstieg. Ich nicht.

Damit war ich in ein hoffnungsloses Einzelzeitfahren geraten, immer am grübeln, ob ich alles aus mir rausholen sollte oder ob ich einfach nur zu Ende fahre, irgendwie. Dann nahm mir das Wetter die Entscheidung ab. Ab der zweiten Runde hatten Schnee- und Graupelschauer meine Rennbrille (mit zusätzlichen optischen Gläsern, also „mehrlagig“) erblinden lassen, also habe ich sie abgenommen. Es ging eine Weile gut, bis zu einer Abfahrt im Graupelschauer, wo der Blick nur auf den Seitenstreifen, nicht aber nach vorn möglich war. Das mußte ich mir jetzt nicht mehr antun, Schluß, aus, Ende.

Im ersten Moment hatte ich ein geradezu schreckliches Gefühl. DNF! Aber ein Vergleich z.B. zu einem Marathon hinkt gewaltig. Beim Jedermann – Marathon kommt es für einen großen Teil der Teilnehmer schlicht darauf an durchzukommen, durchzulaufen, das Ankommen wird zu verdienten Selbstbestätigung. Darum ging es hier im Rennen von vornherein nicht. 75 Kilometer auf dem Rennrad und vielleicht 900 Höhenmeter sind für mich längst keine Herausforderung mehr, die sind eher sowas wie das tägliche Brot eines Rennradfahrers. Ich wollte zuerst sehen, wo ich stehe, dann wollte ich – auch im Schutz und im Windschatten der Meute – renntypische Geschwindigkeiten fahren, und im besten Falle wollte ich in dem ganzen Rennen eine gewisse Rolle spielen, was auch immer für eine. Es reichte nicht mal für die kleinste Nebenrolle.

Fazit

Neben meinen 10-15kg Übergewicht, die sich so gut wie ausschließlich im Bauchraum manifestieren und EINFACH NUR WEG MÜSSEN!!! gibt es einen weiteren Grund für Frust. In den Jedermannrennen fahren neben den Hobbyfahrern Leute aus einer ganz anderen Liga mit. Also nicht daneben, eher vorneweg. Fahrer (samt Teams), die eigentlich in Lizenzrennen gehören, Ex-Profis, die sich nochmal beweisen müssen, in etlichen großen Rennen gleichmal mit Profi-Technik und Profi-Logistik. Damit wird der „normale“ Hobbyfahrer von vornherein zur grauen, zahlenden Masse degradiert, der eben mal so mitfahren darf.

Meine ungefähr gleichstarken (und vielleicht gleichaltrigen) Konkurrenten, mit denen wir uns gegenseitig zu harten Rennen und Höchstleistungen pushen, die muß ich mir wohl woanders suchen. Wohl ab Startblock B oder C in einem der großen Massenrennen. Schade.

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Meine Erlebnisse mit Windows 10

Scheiße! Scheiße! Scheiße!

Sollte normalerweise reichen, aber gut, ich beschreibe diesen Tiefpunkt meiner IT-Erlebnisse mal etwas ausführlicher. Schließlich bin ich ja längst nicht der einzige, der sich in Windows 10 versucht hat, und ich bin auch längst nicht der einzige mit meiner Hardware und meinen technischen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Es ging ja ganz sanft los. Auf meinem Desktop-Rechner (eher einfacher Bürorechner, Packard Bell, immerhin mit richtiger Grafikkarte, Windows 7) erschien eines Tages in der Taskleiste dieses kleine schräge Fensterchen, welches dezent auf die Möglichkeit hinwies, das Betriebssystem auf Windows 10 hoch zu graduieren. Da ich ja Windows 7 habe, jedes zweite Windows einfach nur scheiße ist und das Scheißsystem mit Windows 8 schon durch war beschloß ich, nun dieses vermeintlich tolle Betriebssystem auch auf meinen Rechner zu holen.

Also das Übliche: Erstmal recherchieren, wie es denn so bei anderen lief. 50:50, so das Ergebnis, es gab also auch etliche User, die das zumindest etwas bereut hatte. Dann Daten sichern, kein Ding, mindestens monatlich wird alles auf mindestens einer externen Festplatte gesichert.

Und los!

Update-Fensterchen auf, klick klick klick (immer das Empfohlene) und los ging es mit dem Download. Ich hatte also längst nicht den Eindruck, Windows 10 würde im Hintergrund schon so nach und nach heruntergeladen sein. Nein, einmal laden bitte!

Dann kommt irgendwann das schwarze Fenster mit dem Kreis und den Prozenten, und bei 26% plötzlich die Meldung „Das vorherige System wird wiederhergestellt.“ Rödel rödel rödel, und schon war ich wieder bei Windows 7. Immerhin.

Es war der Fehler C 1900 101 – 20004. Interessant. Da gibt es dann bei Microsoft so ein Tool, welches diesen Fehler beseitigt. Getan, Wochen später ein neuer Versuch mit Windows 10. Ich bin dann bis über 70% gekommen, aber letztlich wieder Windows 7.

Ich sehe es als Zeichen, bei meinem Arbeitsplatzrechner bei Windows 7 zu bleiben. Das läuft, und es läuft gar nicht so schlecht.

Aber da habe ich ja noch einen Laptop mit Windows Vista. – Vista Bescheid –  Dem hatte ich eine neue Festplatte spendiert und da Ubuntu Linux 14.04 draufgespielt, so nebenbei: Hardware komplett lauffähig, mit Gnome Fallback (classic) sogar richtig gut bedienbar  😉

Aber was sprach dagegen, auf die alte Platte Windows 10 zu packen? Vor ca 2 Jahren hatte ich mal ganz offiziell und bezahlt eine Kopie von Windows 8 runtergeladen. Die krankte zu sehr an mangelnder Hardware-Unterstützung, auch fand ich diese Kacheln und eigentlich die ganze neue Oberfläche von Windows 8 einfach nur schrecklich. Aber als offizielles Sprungbrett zu Windows 10 war es doch bestimmt gut zu gebrauchen. Also habe ich das wieder draufgetan – mit all seiner Schrecklichkeit – und nach kurzer Zeit wurde mir dann auch prompt Windows 10 angeboten.

Gestern Abend hatte ich dann Windows 10 auf meinem Laptop. Kein Bildschirmfoto, das ging nicht. Design wie ein verkacktes Windows 3.0 (falls das hier jemand noch kennt). Kein Startmenü, überhaupt kein Ansatz zum Starten von Programmen. Na gut, müde, schlafen, morgen mehr.

Ausgeschlafen ging es ans Werk. Das Startmenü fehlt noch immer. Es ist übrigens ein HP G 6060 EG, und für den gibt es nur Windows Vista. Was anderes ist gar nicht vorgesehen. HP will mir da eher einen neuen Laptop verkaufen, aber warum sollte ich? Und ausgerechnet HP? Man sieht da – nur so nebenbei – diesen ehrenwerten Ansatz der Linux-(Kernel-) Entwickler, jede nur erdenklich und eben auch alte Hardware unter Linux zum Laufen zu bringen. Die machen wirklich die Drecksarbeit. Tja, HP, das war’s dann wohl.

Der nächste Schritt wäre dann der zu Nvidia gewesen, wo es „praktischerweise“ so ein Tool namens „GeForce Experience“ gibt. Tolle Sache, eine firmeneigene Software sucht die eigene Hardware und packt den passenden Treiber dazu.

GeForce Experience

Es tut uns leid

Ach ja, Programmstart. Da mußte ich Verknüpfungen auf dem Desktop erstellen und die dann starten, da ich nach wie vor keine „richtigen“ Möglichkeiten zum Programmstart finden konnte. User-Experience vom Allerfeinsten.

Ich könnte ja jetzt mit viel Zeit dieses Windows 10 „irgendwie“ zum Laufen bringen. Ich kann aber auch die Festplatte raushauen und die neue mit Ubuntu 14.04 reinstecken. Genau das ist gerade passiert.

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bePRO – Leistungsmessung wird erschwinglich

Schon seit einigen Jahren spielte ich mit dem Gedanken, mein Training auf dem Rennrad nicht allein mit Gefühl und Herzfrequenz zu erfassen, zu bewerten und zu steuern, sondern zusätzlich mit der abgegebenen Leistung. In informierten Kreise wird die Trainingssteuerung per Leistung inzwischen ja nicht nur wärmstens empfohlen, sondern sogar gefordert (u.a. auch von Joe Friel, Autor diverser „Trainingsbibeln“). Die Anschaffung eines Leistungsmessers war also seit einiger Zeit beschlossene Sache.

Allerdings sind diese Gerätschaften nicht ganz billig. Gerne mal jenseits der 2000€ und gerade bei den Marktführern (u.a. SRM) preislich ohne erkennbare Tendenz nach unten – nein, das ist teurer als mein Rennrad und weit außerhalb ernsthafter Überlegungen. Zwischenzeitlich wurden „günstige“ Systeme angekündigt, immer noch mit vierstelligen Preisen oder mit dem Makel, daß nur einseitig gemessen wird. Stages und 4iii seien an dieser Stelle erwähnt. Aufgrund kleinerer Beschwerden, die bei mir einseitig (=unsymetrisch) auftreten („Rücken“ habe ich z.B. immer rechts), habe ich mich – auch in Rücksprache mit meinen Physiotherapeuten – für die beidseitige Messung entschieden. Und -schwupps!- sind wir immer wieder im vierstelligen Bereich.

Meinen Leistungsmesser mußte ich mir zusammensparen, u.a mit dem weitgehenden Verzicht auf diverse – sich allzu oft wiederholende – Radsportzeitschriften. Und mitten in diese Sparbemühungen platzte nun die italienische Firma Favero mit dem Leistungsmesser bePRO. Beidseitige Messung für unter 750€ und mit deutschem Händler, was will ich mehr?

Antwort: Mehrere deutsche Händler.

Bisher bin ich lediglich bei Powermeter24 fündig geworden. Nun gut, es ist die Möglichkeit und ich entschloß mich, diese zu nutzen. Am 9. Juli 2015 bestellte ich die bePRO. Lieferzeit 2-5 Werktage, schnell mit Kreditkarte bezahlt, wegen der Schnelligkeit … Tja, für die Kreditkarte 2% obendrauf (statt 1% weniger mit Vorkasse), Versand noch mal 5€ drauf, wo andere Händler ab 100€ versandkostenfrei sind, aber mit dem Ziel vor Augen kommen wohl auch immer Scheuklappen dazu. Leichtes Befremden …

Dann kam dann die Auftragsbestätigung, „Versand am 16.7.2015“, also eine glatte Woche später. Wieder diese Reue, „ganz schnell“ mit Kreditkarte gekauft zu haben. Passend dazu die plötzlich auftauchenden Postings einiger Powermeter24 – Kunden, die von offensichtlichen Lieferengpässen berichteten. Was für ein ungutes Gefühl auf einmal!

Nun ist Montag, der 20.7.2015, es ist 14:00 Uhr. Keine Versandbenachrichtigung, keine Lieferung. Die „2-5 Werktage“ sind es jedenfalls nicht geworden.

Update 21.07.2015:  Ich hatte eine Woche nach der Bestellung der bePRO einige Teile bei Bike24 bestellt. Die sind jetzt da. Unter anderem ein Geschwindigkeitssensor von Garmin, sodaß das GSC 10 am Rennrad entfällt. Das kommt nun ans MTB.

Golden Cheetah ist herunter geladen und installiert. Auf dem Edge 500 habe ich die Datenfelder überarbeitet, die Leistungsdaten können angezeigt werden. Alles Komplett, fehlen nur noch die bePRO.

Update 22.07.2015: Mehr durch Zufall entdecke ich auf der Seite von Powermeter24, daß bei den bePRO nun von „Vorbestellung“ die Rede ist, Lieferung in der 38. KW. Im September. Umgehend bei Powermeter24 angerufen. Ja, da gibt es Probleme, nun ist wohl eine kleinere Lieferung unterwegs und wird in Kürze versendet. Soll ich „zugeteilt“ sagen? Ich habe meinen Standpunkt dargelegt: Entweder ich bin mit meiner „2-5 Werktage“-Bestellung nun dabei oder ich trete vom Kauf zurück. Bis September werde ich erstens nicht warten und zweitens keinen Kredit gewähren. Die Info soll HEUTE kommen, na, ich bin gespannt.

Update 22.07.2015  16:38 Uhr: Eine neue Auftragsbestätigung kommt. Versand am 31.7.2015.

Ich bin gespannt.

Update 1.8.2015: Mein bePRO kommt!

 

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Wider den tierischen … Knieschmerz

Wie gut, daß das Knie nach dem Meniskus-Anriß im Oktober 2014 nicht die ganze Zeit wehgetan hat, nein, es war mal mehr, mal weniger, mal gar nicht. Der Orthopäde in der Erfurter Sportklinik sagte sinngemäß: „Zur Not kann man sich auch ohne Operation eine ganze Zeit lang durchmogeln …“ Nur eben nicht, wenn man Sport treiben möchte, will, muß.

Am 16 Februar war es dann soweit. OP-Termin.

Anästhesie oder: „Das werde ich jetzt nicht mit Ihnen ausdiskutieren!“

Am Abend vor der Operation kam ein Anruf von einem Anesthäsisten der Sportklinik. Das war mir neu, aber dann auch ganz recht. Nochmals kleine Erläuterungen zur bevorstehenden Operation und speziell zur Anästhesie, und im Gegesatz zu vorherigen strengen Regeln durfte ich nun sogar noch 2 Stunden vor der Operation ein Tässchen Tee trinken, sogar gesüßt. Alles ganz locker.

Am Operationstag war die Lockerheit bald dahin. Gleich nach der Anmeldung ein weiteres Gespräch zum Thema „seeliges Schlafen während chirurgischer Eingriffe“, diesmal mit der für mich und meine OP zuständigen Anästhesistin. Ach ja, Spezialthema Blutverdünnung, Falithrom, Mono-Embolex, und wie ist der aktuelle INR? Ach du Scheiße, kein Wert, habe gestern nicht gemessen! „Da ist doch der Wert von Mittwoch und ab da habe ich das Falithrom abgesetzt …“ „Ich brauche den Wert von heute. Den bestimmen wir jetzt und dann sehen wir, ob Sie heute operiert werden.“ „Welchen Wert müßte ich denn haben?“ „Das werde ich jetzt nicht mit Ihnen ausdiskutieren.“ Ein Tonfall, der keine Widerworte zuließ. Oh, jetzt alles umsonst, OP irgendwann im März, April, Mai?

Zwanzig Minuten später war ich eingeschleust. Zugang am Arm, zuvor gefühlt einen Eimer Blut abgegeben, nun Wartemodus mit Gedanken daran, möglicherweise ohne Operation wieder ausgeschleust zu werden. Eine knappe Stunde Ungewißheit, was nun passiert, im Nachherein betrachtet war das eigentlich das Schlimmste an der ganzen Operation. Drei nach mir eingeschleuste Patienten wurden vorgezogen und ich in Wartestellung. Dann schwebte endlich diese superentschlossene Anästhesistin vorbei, nur ein kurzer Blick und Daumen hoch, YES YES YES! Kurz darauf kamen zwei Schwestern vorbei und drückten mir fast synchron zwei kleine Mono-Embolex unter die Haut. Es konnte losgehen!

Operation. Ambulant und schnell vorbei

Ein Stück wurde ich samt Bett in den OP-Trakt hinein gefahren, die letzten Meter waren dann zu Fuß. „Na, dann legen Sie sich mal hier drauf“, rauf, rechter Arm zur Blutdruckmessung vorbereitet, linker Arm fixiert. Ein Schlauch wurde an den Zugang angeschlossen, „ich bringe Sie nun in die anästhesistische Glückseeligkeit“ und ich nach kurzer Zeit: „Ich glaube, ich schlafe gleich …“

…  …  …

Da lag ich schon wieder im Aufwachraum. Rechtes Bein noch in einer Manschette, leicht erhöht, Drainage befördert so einiges aus dem Knie heraus. Kein Schmerz. Kein Smartphone in der Nähe, Mist! Schließlich bin ich Twitterer! Eine Stunde Langeweile. Dann Heimfahrt, Schatzi fährt mich nach Hause.

Wohin mit dem vielen Blut?

Die Drainage leistete ganze Arbeit, gegen 19 Uhr ist die Flasche so gut wie voll. Auskippen, wie dranstecken? Naja, lieber nicht, ich rief also die Notnummer der Sportklinik an und wurde nochmal nach Erfurt gebeten. Ich durfte ja nicht fahren, also mußte Schatzi nochmal ran, einmal Erfurt und zurück im Dunkel der Nacht. Für sie kein Anlaß zu Begeisterungsstürmen, aber was hilft’s? In Erfurt wurde dann tatsächlich nur die Flasche gewechselt, und letztlich kam dann über Nacht nicht mehr allzuviel dazu. Möglicherweise habe ich ja dabei 250g abgenommen.

Der Tag danach oder: Die große Angst

Tags drauf war ich dann wieder in Erfurt. Ich hatte so meine bösen Vorahnungen, gespeist aus den Erfahrungen mit dem linken Knie von vor 3 Jahren. Damals war das Herausziehen der Drainage von einem zwar kurzen, aber äußerst heftigen Schmerz begleitet. Allein diese Vorahnung betäubten fast alle meine Sinne, „So, Herr Stöckel, dann kommen Sie mal …“ hatte eine bestimmt 10fach stärkere Wirkung als die gleichen Worte in einer Zahnarztpraxis. Und dann guckt der (Assistenz???-) Arzt auch noch so spöttisch!

Und da lag ich nun auf der Liege, man schnitt mir den Verband auf, der Arzt zog sich die Hnadschuhe an. „Jetzt atmen Sie mal ganz tief ein …“ Ich atmete ein. Tief, tiefer, am tiefsten, in Erwartung eines tierischen Schmerzes. Da sagte der Arzt: „Sie können wieder ausatmen, ist alles raus.“ Nichts gespürt! Und gelernt: Man kann auch mal Glück haben.

Erste Begutachtungen durch den Arzt, „na mal sehen, ob der Doktor das noch punktieren will.“ Klingt auch nicht gut. Dann war ich erstmal allein, konnte selbst begutachten. Naja, wie punktieren sah das Knie ja nicht aus, zwei kleine Nähte, Druckstellen von der Drainage, das hätte ich mir durchaus schlimmer vorstellen können.

Dann kam der Doktor. „Na mal sehen, was da Muskeln und was Bluterguß ist.“ Kurzes Tasten, Drücken, „oh, das sind ja doch alles Muskeln, Respekt! Treiben Sie Sport?“ „Ja, Radsport.“ „Ach so, ja, nicht schlecht …“ Schön, daß man Muskeln nicht wegpunktieren kann.

Dann kam die Auswertung inklusive einiger Innenausnahmen meines Kniegelenks. Teilweise waren die etwas verschwommen, weil ich ohne Blutsperre operiert wirde, da ist also etwas Blut vor die Optik gelaufen. Es war ein recht großes Stück vom Meniskus abgerissen, das wurde entfernt, alles „schön glatt und stabil“ gemacht. „Mit besten Erfolgsaussichten“, ach ja, hört man gern. Allerdings muß ich mich da nun zusammenreißen, schön artig in der ersten Woche mit Unterarmstützen rumlaufen, Krankengymnastik ab 2. Woche, jegliches Radeln erst nach 3 Wochen, beginnend mit maximal 20 Minuten ganz leicht, und immer schön in den Körper und ins Knie hineinhorchen. Okay, ich werde mich daran halten!

Wieder Zuhause

(Mein Blick fällt gerade auf zwei kleine Hanteln a 3kg und auf einen Schwingstab. Mal sehen, was da so geht.)

Ein paar kleine Übungen wurden mir noch empfohlen, damit gerade das rechte Bein nicht ganz verkümmert. Mach ich, hab ja die Zeit dafür. Meine Radsportaktivitäten kann man in der „Rennrad“ 1/2 2015 auf Seite 18 nachlesen. Allerdings nur Punkt 6: „Radwartung – die Wintermonate nutzen, um sich mit seinem Material vertraut zu machen …“ Muß reichen.

Stand 18.2.: Inzwischen kann ich das Bein auch schon wieder etwas beugen, die schmerzenden Bereiche während einer Bewegung werden immer kleiner, so nach und nach kann ich auch immer stärker auftreten. Ca 30 Minuten rumlaufen (natürlich mit Unterarmstütze!) und danach Bein ca 30-60 Minuten hochlegen bringt spürbare Besserung.

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PEGIDA?

Was genau muß passieren, damit Du fluchtartig Deine Heimat verläßt? Reicht eine Bombenexplosion mitten in Deinem Wohnzimmer? Muß Deine Existenz, Dein Kleinunternehmen, die Firma zerbombt und verbrannt sein? Muß es der Anblick von fünf Deiner besten Freunde sein, die bei Kriegshandlungen vor Deinen Augen elend verrecken? Muß erst Deine Frau oder Deine Tochter entführt oder vergewaltigt werden? Deine Heimat komplett zerbombt, verbrannt, vermint, vergiftet, reicht das? Überlege ganz genau, was würde Dich aus Deiner Heimat vertreiben, weg von Freunden und Verwandten, weg von Haus, Hof, Wohnung?

Und dann stehst Du da, geflüchtet, im Glücksfall nicht allein und immerhin ein Koffer dabei mit dem Nötigsten, Du stehst vor Menschen, deren Sprache Du nicht verstehst, aber Du verstehst, daß sie Dich nicht wollen, sie wollen, daß Du wieder verschwindest. Schnell.

Kannst Du Dir das vorstellen?

Falls Du zu denen gehörst, die neuerdings montags in Dresden unter dem Namen „PEGIDA“ aufmarschieren, gehe ich davon aus, daß Du Dich nicht in fremdes Leid und Elend hineinversetzen kannst. Daß es Dir egal ist, was mit DENEN passiert.

Laß die Parolen mit der „muslimischen Bedrohung des Abendlandes“. Du kennst keinen einzigen Muslim beim Namen und das Abendland ist Dir scheißegal. Es ist viel schlimmer. Du hast es zu nichts gebracht und suchst nun einen Schuldigen. Voller Haß und Neid empfängst und verbreitest Du Lügen und Falschdarstellungen darüber, was DENEN alles „in den Arsch geschoben wird“. Keine Geschenke unter manch einem Weihnachtsbaum aber … halt, von Niedriglohn oder HartzIV-Regelsätzen wurde genau NICHTS für Flüchtlinge abgezweigt, aber nun sollen genau die daran schuld sein. Und Du spielst Dich zum Möchtegern-Richter über jeden ausländischen Menschen in Deutschland auf, der eine muß gehen, der andere darf gnädigerweise bleiben. Menschen einteilen in „nützlich“ und „unnütz“, das hatten wir schon mal, in Auschwitz an der Rampe. Schäm Dich!

„Ich bin kein Nazi, aber …“  Doch, bist Du! Genau dieser Fremdenhaß ist falsch, dumm und eben: rechts. Du marschierst mit Nazis, Du verweigerst Fakten und Tatsachen wie ein Nazi, Du bist ein Nazi.

Oder geht es Dir gar nicht um die Flüchtlinge? Nur so ein Frust auf „die da oben“? Auf die „Lügenpresse“ (ein echter Nazibegriff)? Hartz IV zuviel / zu wenig, PKW-Maut, fehlende Souveränität Deutschlands? Totalüberwachung durch die Amerikaner unter Mithilfe deutscher Dienste? Kriegsrhetorik und Kriegsvorbereitungen von Teilen der deutschen Führung, Bundespräsident inklusive? Es gibt viele Themen und Baustellen in Deutschland, aber dazu auf eine Nazi-Demo gehen? Ja, geht’s noch?

Als vor 25 Jahren „Wir sind das Volk!“ gerufen wurde, da ging es um Freiheit und Demokratie, so unterschiedlich diese Begriffe auch gewertet und verstanden werden. Wenn Ihr das heute skandiert, dann seid Ihr noch lange nicht das Volk. Ihr seid ein kleiner Haufen Nazis. Oder eben Dummköpfe, die zusammen mit Nazis marschieren.

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Das Jahr des Knies

2015. Die Gläser klingen, „… und viel Gesundheit …“. Zirka 5 Minuten später auf der Treppe hatte sich das dann schon erledigt. Ein „falscher“ Schritt, das Gefühl von Knacken oder Reißen – jedenfalls nichts Gutes – und ich mußte in den Humpelmodus wechseln.

Gleich am 1. Januar ging es in die Notaufnahme des Universitätsklinikums Jena zur ersten Begutachtung. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie zielgenau Ärzte und gerade auch Orthopäden die Punkte und Stellungen größten Schmerzes finden. Inmitten meines größten Schmerzes sagte sie „es könnte der Innenmeniskus sein“. Röntgen, um eine Fraktur auszuschließen, gut, da war dann nix. Der nächste Akt wird dann eine MRT sein, am 12. Januar, was mittlerweile fast als „zeitnah“ gilt.

Es hat mich jedoch nicht aus heiterem Himmel getroffen. Im Herbst mußte es unbedingt ein Coopertest sein (ganz weit laufen in 12 Minuten), einen Tag später spürte ich, was ich mir da angetan hatte. Linkes Knie mit leichten, rechtes Knie mit recht starken Schmerzen, leichtes Humpeln, so daß ich es nicht verbergen konnte. Links wurde es so nach und nach wieder, rechts nicht, also gab es mal wieder ein Date mit der Orthopädin. Eine erste Therapie brachte nicht allzuviel, ein Termin am 15. Januar stand sowieso schon fest. Mein kleiner Unfall war nur eine kleine Boshaftigkeit auf dem Weg zur Heilung, so meine Hoffnung.

Das vergangene Jahr war für mich eher das „Jahr der Technik“. Seit Ende März nenne ich nun ein Canyon Ultimate Al 9.0 mein eigen, ein Rennrad, was derzeit im Preis-Leistungs-Verhältnis seinesgleichen sucht, was mir aber auch durch das Design sehr zusagt. Eher schlicht, erstmals mit roten Akzenten – genau so war es erträumt und geplant. Dazu ein hochprofiliger Laufradsatz (noch nicht so ein teurer …) und „Kleinigkeiten“ für insgesamt fast 1000€ – reicht!

Nun rufe ich gezwungenermaßen das „Jahr des Knies“ aus. Es wird viel wohldosierte Bewegung geben, höchstwahrscheinlich die Operation samt Reha, Training der stützenden Muskelgruppen und alles selbstverständlich beidseits. Das Laufen bleibt vorerst hintenan gestellt, und wenn, dann sehr sanft, bei voller Konzentration auf jeden einzelnen Schritt. Und so ganz nebenbei wird es für die Knie um so leichter, je weniger Gewicht auf ihnen lastet. Um eine Zahl in den Raum zu werfen: 85kg.

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Meine kleine iPad – Sensation

Mein iPad und ich – es war in den bisherigen 22 Monaten unseres Zusammenlebens ein vielleicht 80%iges Glück. 80 Prozent, die mir bisher gereicht haben.

Ich beschreibe mal die restlichen 20 Prozent. Drückt man etwas länger auf die Icons, so beginne sie zu wackeln und tragen ein kleines Kreuz. Man kann sie nun verschieben oder auch löschen. Das funktioniert auf allen mobilen iOS-Geräten, nur eben bis vor kurzem nicht auf meinem iPad. Ich konnte als die Apps weder verschieben noch löschen.

Aber auch nicht kaufen, aus der iCloud nachladen oder irgendwie anders installieren, das funktionierte nur mit iTunes (das neue Design ist übrigens Sch…). Auch damit hatte ich mich fast abgefunden.

iTunes Store, App Store, iBooks – direkt mit dem iPad (over the air, „ota“) ging es nicht. Auf dem iPhone aber schon, da gab es nie Probleme. Beim iPad wurde nicht mal der Preis (b.z.w. das iCloud – Symbol) eingeblendet, wo sollte ich also zum Kauf und/oder Download draufdrücken? Netzwerkverbindung war immer gegeben, einmal installierte Apps funktionierten ja.

iMessage und Facetime wollten ebenfalls nicht. Alles genauso eingestellt wie beim iPhone – wo es ja funktionierte – und dann immer nur die Meldung „da ist wohl etwas schiefgelaufen, überprüfen Sie ihre Netzwerkverbindung“. Na Danke auch.

Es war mir aber irgendwie egal. Facebook, Twitter, Google+, Safari und MagineTV funktionierten tadellos, die stellen immerhin ca 95% der gesamten Nutzungsdauer. Aber irgendwie nervte es mich dann doch immer mehr, deswegen sollte genau heute die Lösung her.

Also zuerst etwas ziel- und lustlos auf Apples Supportseiten rumgesurft. Genau genommen findet man da nur diesen ganzen Support-Müll wie anderswo auch: Neustarten, Überprüfung Netzwerkverbindung, Aus- und Einschalten von Funktionen, und alles in einem Unterton, als wäre man nur zu blöd, mit solch hochkomplexer Technik umzugehen. Es drohte in einer vergammelten Zeit zu enden.

Schluß – Aus – Ende, wozu gibt es Garantien und Gewährleistungen? Also Kassenzettel und Originalverpackung gesucht und iTunes gestartet, zum Plattmachen. Oh, da wird noch iOS8.1.1 angeboten, ein winzig kleiner Hintergedanke kam plötzlich wieder auf. Gut, drauf damit, dann doch „zurücksetzen“. Alles lief, dann plötzlich stellte sich eine „neues iPad“ vor. Als „neu“ einrichten oder das bisherige … NEU!

Und plötzlich hieß mein iPad nicht mehr zwingend „German iPad“, nein, ich konnte einen Namen angeben. Oder „iPad von Jan“ bestätigen, gut, dann so. Ein paarmal „weiter“, ein paar Paßwörter, fertig.

Nun kann ich plötzlich Icons zum Wackeln bringen, Apps direkt auf dem iPad  installieren und auch löschen, ich kann das iPad zu iMessage und Facetime anmelden, alles geht, wie es soll. Staunemodus!

Als gelernter Ingenieur (wenn auch ohne Diplom) stelle ich mir natürlich die Frage nach dem WARUM. Ein KI (Künstliche Intelligenz) im iPad, welche den drohenden Garantiefall erkannte und nun die Zicken einstellte? War es iOS 8.1.1 als letzte Rettung aus dem Apple-Universum? Oder war es schlicht das NEU bei der erneuten Einrichtung?

Egal, es ist für heute meine kleine Sensation.

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Eine Frage der Gewichtsklasse

Mit dem Beginn meiner zweiten Sportlerlaufbahn bin ich vor einigen Jahren relativ schnell von meinem Spitzenwert 107kg auf ca. 93-95kg gekommen. Das ging relativ schnell und einfach und geschah zudem in einer Phase der Entwöhnung von der Zigarette. Radfahren und gut. Aber es dann gab es für ca. 3 Jahre Stillstand. Im Sommer eher 93kg, im Winter schon mal 95, kurzzeitig 97kg. Soviel zu den Zahlen.

Auf dem Rennrad klettere ich nicht gern. Die Bergkönige diverser Rundfahrten sind aus meiner Sicht Flöhe. Teilweise unter 60kg, dünne, ja: dürre Ärmchen, kaum entwickelte Wadenmuskulatur, der ganze Körper auf geringes Gewicht, auf Klettern optimiert. Meine Vorstellungen vom Radsport gehen mehr in Richtung Geschwindigkeit und Effizienz. Hohe Endgeschwindigkeiten im Sprint und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten mit relativ geringem Kraft- und Energieaufwand, ja, so stelle ich mir den Radsport vor. Aber selbst bei den flachen Cyclassics in Hamburg und Umgebung sind es auf der 100km – Strecke rund 800 Höhenmeter, die immerhin im Renntempo zu absolvieren sind. Und da hatte ich bisher immer so meine Probleme. Ich konnte dem Tempo nur mit höherem Kraftaufwand folgen, und dann war irgendwann an einer Steigung Schluß, ich mußte abreißen lassen.

Genau das soll nun anders werden. Seit Januar lebe ich nach relativ einfachen und auch wenigen Regeln, die da lauten:

1. An Tagen mit Sport wird normal gegessen. Nichts extra, nicht mehr, nicht speziell, einfach nur normal. Frühstück leicht kohlenhydratlastig, Abends eher eiweißlastig, fertig.

2. An Tagen ohne Sport wird reduziert. Hoher Anteil an Rohgemüse, Blattsalate, 100g bis 150g Eiweiß (Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Nüsse), Kohlenhydrate ausschließlich aus Obst. 2-3 Tage pro Woche vegetarisch, ein Tag vegan. Ausreichend trinken. Das war’s schon.

Im Januar wog ich knapp 95kg, nun relativ sicher unter 89kg.

Meine Laufleistungen verbesserten sich um ca 5%, obwohl ich eigentlich viel zu wenig laufe. Mit dem Rennrad befahre ich einige Steigungen nun mit dem großen Blatt, was letztes Jahr einfach nicht ging. Und jede andere Steigung befahre ich mit 2-3 Ritzeln (hinten) weniger als noch letztes Jahr. Auch das sind – einfach so – mal ca 5-8% schneller als vorher. Bei den Neuseenclassics bin ich alle Steigungen richtig schnell mitgefahren, bei einigen habe ich das Tempo mitbestimmt. Die neue Gewichtsklasse bringt also was.

Wie geht es nun weiter? Bis zu den Hamburger Cyclassics im August sollen weitere 2kg verschwinden, wobei es im Training in erster Linie um eine gewisse Tempohärte gerade auch am Berg geht. Schließlich will ich mich ja wieder verbessern, sowohl in der Platzierung als auch – bei günstigen Umständen – in der Durchschnittsgeschwindigkeit im Rennen, die nun endlich mal über die 40km/h klettern soll.

Danach geht das Gewichtstuning weiter. Zuerst geht es wieder um eine Zahl: 85kg bis Jahresende. Es gibt aber noch ein weiteres Problem: mein Bauch. Es gibt nicht veröffentlichungsfähige Bilder von mir, die mich in der Startaufstellung zu den Neuseenclassics zeigen. Ein Wort: Wampe. Und genau die soll weg. Es ist freilich schon weniger geworden seit Januar, ein Drittel vielleicht, oder gar die Hälfte. Reicht aber nicht. Zumindest bauchmäßig möchte ich schon irgendwann mal wie ein „richtiger“ Radsportler aussehen und parallel dazu eine ordentliche gewichtsbezogene Leistung abliefern können (die ich bei mir noch nicht kenne). Vielleicht klettere ich dann ja auch mal ganz gern längere Anstiege hoch.

Es gibt also weiterhin genug zu tun. Ich packe es jetzt an.

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NeuseenClassics 2014

Meine kleine Wettkampfsaison fängt traditionell etwas spät an, auch deshalb, weil ich mir in März oder April noch nicht so sicher bin, ob ich überhaupt sowas wie Wettkampfform habe. Jetzt ist Mai, da sollte ich fit sein.

Auf ging’s zu den NeuseenClassics „Rund um die Braunkohle“, diesmal als Veranstaltungsort nicht das eher familiäre Zwenkau, sondern nach Leipzig zur Alten Messe. In der Woche zuvor hatte ich so gut wie täglich das Wetter für Sonntag gecheckt, es lag ja etwas Regen in der Luft. Der machte am Sonntag wie abgesprochen einen Bogen um Leipzig und Umgebung, tja, und das mit dem Wind hatte ich wohl übersehen …
Ich war mir nicht mal sicher, ob ich nun in den superschnellen Startblock A komme oder in den etwas gemütlicheren Startblock B. Jetzt weiß ich, daß das mit Startblock B schon die richtige Wahl war. Ich fühlte mich richtig gut in Form, hatte nun endlich ein konkurrenzfähiges und vor allem echtes Rennrad, technisch war ich also gut dabei in der Startaufstellung (1 Drittel Carbon, 2 Drittel Alu). Und los ging’s!

Durch teilweise enge Straßen kam es nicht zum bedingungslosen Rasen auf den ersten Kilometern, das war schon mal gut. Immer wenn Platz war wurde an der Position in der Gruppe geschraubt, da habe ich auch mitgemacht. Irgendwie haben aber einige Fahrer vor mir vergessen, an den Vorausfahrenden dran zu bleiben, die waren dann beizeiten ca 100-150m weg. Zum Glück waren dann in meiner Gruppe einige beherzte und vor allem auch fähige Fahrer, die den Abstand nicht größer werden ließen. In einem Abschnitt mit Seitenwind habe ich mich dann auch einige Male davor gespannt, einmal ca 1km, um den Abstand wenigstens zu halten, bis zum Kilometer 20 dann noch zweimal, um den Abstand zu verringern. Es hat dann schließlich geklappt, wenngleich ich selbst nicht die letzten Meter bis zur Vereinigung führte. Egal, wir waren dran, wir, die Führenden aus Startblock B, die auch schon einige Fahrer aus Startblock A aufgelesen hatten, die sich wohl selbst bei der Anmeldung etwas überschätzt hatten. (Da waren einige dabei, die wohl gerade so die 30er packen. Elende Schwindler!)

Weiter ging es, der Kurs hat lediglich leichte Wellen, die mir noch letztes Jahr richtig wehgetan haben. Davon war nun nichts mehr zu spüren, nun gehörte ich zu schnellen, wenn es etwas bergan ging. Alles bestens – bis auf den Wind!

Wir fuhren so knapp über 35km/h, bergab und/oder bei Rückenwind um die 50. Aber wehe, es kam von vorn! Teilweise 27km/h (ich hab da ab und zu mal geguckt), und irgendwie wollte da keiner so richtig führen. Mal kurz hab ich da auch die Drecksarbeit gemacht, ich glaube zwei oder dreimal so um die 100m mit 30km/h geführt und -ZACK- voll im tief roten Bereich, Puls über 170, Flasche leer. So um die 40 Kilometer waren gefahren, da glaubte ich schon, aus der Gruppe herauszufallen. Vielleicht 3-4 Kilometer nur hinterhergestrampelt, und irgendwie ging es dann wieder, obwohl das Tempo kaum geringer wurde. Komisch.

Zwischendurch viel mir ein älterer Fahrer auf, bestimmt Masters IV. Erst dachte ich noch „Was will denn der alte Lutscher hier in diesem Feld?“ aber dann hat der vielleicht 2-3 Kilometer allein richtig Tempo gemacht. Am Stück. Hut ab, alter Mann, da möchte ich auch noch hinkommen!

Irgendwann hatte sich dann das Feld gefunden und mein Puls normalisiert. Es ging wieder nach Leipzig rein, die Straßen wurden schmaler (Baustellen!), die Kurven häufiger, kein Platz mehr für Positionskämpfe. Ein paar Schlenker gingen durch’s Feld, begleitet von Flüchen. Die waren nicht unbegründet. Es ist nach wie vor für etliche Jedermänner recht schwer, in Kurven in der eigenen Spur zu bleiben. Manch einer zieht schon mal recht plötzlich nach innen, so wie ca 2 Kurven vor dem Ziel. Ein Rattern, ein trockener Schlag irgendwo hinter mir – in der Kurve kann man schlecht nach hinten gucken, aber da ist mindestens einer gefallen.

Zielgerade und dann doch ohne großen Sprint, es wären noch mindestens 5 Plätze drin gewesen, aber da wurde es plötzlich eng, zu eng für einen Sprint um Platz 181 oder 177. Keine Frage, um Platz 1-3 hätte ich durchgezogen, aber so?

Ich war heil im Ziel angekommen, irgendwie immer das Wichtigste von allem.

Durchschnittsgeschwindigkeit zum vergessen, Gesamtplatz 181 von 757, bei MastersIV Platz 19 von 125. Deutliche Verbesserung zu 2013, das zählt!

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